Kiwis aus dem Garten mit süßen Rezepten

Favorit
Kiwis aus dem Garten mit süßen Rezepten

Kletterwunder
Meterhoch klettern Kiwis jedes Jahr, wenn man sie lässt. Im Erwerbsanbau formiert man die Pflanzen an schmale Spaliere, um sie im Griff zu behalten. Im mittelfränkischen Dixenhausen, im Eingangsbereich von Barbara Krasemanns Garten reifen Kiwis schon ab und zu auch auf dem Dach – immer dann, wenn ein Trieb übersehen wurde beim Schneiden. Beim Schnitt der Kiwis ist es wichtig, dass man ihn mehrmals im Jahr durchführt. Ende Mai ist der erste Schnitt notwendig, dann schneidet man die langen Neuaustriebe auf vier bis sechs Augen zurück. Gärtner bezeichnen diesen Schnitt als Zapfenschnitt. Greift man zu spät zur Schere, verschlingen sich die Triebe sehr stark ineinander und lassen sich im Laufe der Zeit kaum mehr bändigen.

Männlein und Weiblein?!
Kiwis heißen botanisch Actinidia deliciosa und gehören zur Familie der Strahlengriffelgewächse. Der Familienname beschreibt den Aufbau der weiblichen Blüte. Wie Strahlen recken sich Griffel vom Blütenzentrum nach außen. Bevor man jedoch Früchte ernten kann, müssen die Blüten befruchtet werden. Dazu muss man wissen, dass ein Großteil der Kiwis zweihäusig sind. Zweihäusig bedeutet, dass es rein männliche und rein weibliche Pflanzen gibt. Es sollten also mindestens zwei Pflanzen gesetzt werden, eine männliche und eine weibliche. Ist Platz für mehr Pflanzen, so reicht eine männliche Pflanze aus, um sechs weibliche erfolgreich zu bestäuben. Im Handel werden in den letzten Jahren vermehrt selbstfruchtbare Sorten angeboten, sicherer jedoch für den Fruchtertrag sind zwei Pflanzen. Zwei Sorten, die sich in Bayern als Pollenspender gut bewährt haben, sind ‚Nostino‘ und ‚Weiki-männlich‘. Ihre Blütezeit beginnt Ende Mai und reicht bis weit in den Juni. Von der Blüte bis zur Fruchtreife vergehen je nach Sorte 110 bis 140 Tage. Eine Ausnahme ist die Sorte ‚Jenny‘, die im Garten von Barbara Krasemann wächst. Sie ist zwittrig, braucht also keine Bestäubersorte und trägt auch alleine Früchte.

Vorsicht Frost!
Jedes Jahr im Spätherbst lässt Barbara Krasemann den Wetterbericht und ihre Wetterstation nicht aus den Augen. Denn droht der erste richtige Frost, müssen die Kiwis vorher runter. Da die Früchte für einen guten Geschmack aber jeden Herbsttag brauchen können, lässt die Gärtnerin die Früchte immer so lange wie möglich hängen. Ist der erste Frost gemeldet schnappen sich Barbara Krasemann und Lebensgefährte Wolfgang Friedel Kisten und Körbe und beginnen mit der Ernte. Meist ist das Mitte bis Ende Oktober der Fall. Sorgfältig Stück für Stück schneiden die beiden die Kiwis ab und lagern sie in Kisten mit Stroh ein. 1000 bis 1500 Kiwis Jahr für Jahr. Bei der Ernte sind die Früchte noch sehr hart. 4-6 Wochen brauchen sie bei Zimmertemperatur zum Nachreifen. Da 1000 Früchte auf einmal nicht zu bewältigen sind, lagert die Gärtnerin einen Großteil der Kiwis kühl. So kann sie bis weit ins neue Jahr täglich frische Kiwis essen. Portionsweise ins Wohnzimmer geholt, reifen die Früchte so nach. Doch nicht nur frisch, sondern in allen möglichen Varianten verarbeitet schmecken eigene Kiwis einfach köstlich. Dieses Jahr hat sich die Gärtnerin gleich mehrere neue Rezepte ausgedacht!

Wertvolle Inhaltsstoffe
Kiwis enthalten mehr Vitamin C als die meisten anderen Früchte. Gesund sind sie außerdem wegen ihres Gehalts an Kalzium, Kalium, Eisen und Ballaststoffen. Stärkend für die Herzfunktion wirken Kiwis vor allem durch die Kombination von Magnesium und Vitamin C. Sie enthalten außerdem ein Eiweißlösendes Enzym (Actinidin), das jedoch beim Kochen zerstört wird. Rohe Kiwis vertragen sich daher nicht mit Milchprodukten – die Speise wird nach wenigen Minuten bitter, wenn die Früchte roh hinzugefügt werden.

Rezeptideen von Barbara Krasemann:

Kiwi-Fruchtgummi
Zutaten:
400g geschälte Kiwis
25g Agar-Agar
4 EL Zitronensaft
200g Haushaltszucker
2 EL Glukose – Sirup
Die Kiwis mit dem Zucker und dem Zitronensaft mit einem Pürierstab zu Mus zerkleinern. Den gesüßten Fruchtbrei zum Kochen bringen und zügig Agar-Agar und Glukose-Sirup einrühren. Nach 2 Minuten die Fruchtmasse in Silikonförmchen füllen und erkalten lassen.
Anschließend die Fruchtgummis ausformen und auf Backpapier austrocknen lassen, dabei hin und wieder wenden. Danach können die Fruchtgummis auf einem Kuchen- oder Pralinengitter weiter aushärten, wie es gewünscht wird.
Die Haltbarkeit erhöht sich, je länger die Süßigkeit austrocknet.

Schokopralinen mit Kiwi-Füllung
Zutaten:
280g Kiwi-Fruchtbrei
140g Gelierzucker 1:2
2 EL Wodka
Pralinen-Hohlkörper 60-120Stck.
200g Kuvertüre

Kiwi-Fruchtbrei in einem Topf erhitzen, Gelierzucker einrühren und die Masse vier Minuten unter ständigem Rühren kochen. Den Topf vom Herd nehmen, mit Wodka aromatisieren und das Mus rühren, bis es nur noch maximal handwarm ist. Das Fruchtmus in die Hohlkörper füllen und mit heißer, flüssiger Kuvertüre die Pralinen auffüllen.