Kinder im 20. Jahrhundert: Nachkriegszeit und Wirtschaftswunder (Doku)

Wirtschaftswunder ist ein Schlagwort zur Beschreibung der unerwartet schnellen und nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Als Beginn gilt die Währungsreform 1948, das Ende wird zum einen auf die Jahre 1957/58 (Ende eines Konjunkturzyklus, vorläufiger Abschluss der Integration in die Weltwirtschaft mit vollständiger Konvertibilität der DM und Gründung der EWG), zum anderen auf die Jahre 1966/67 (die erste schwerwiegende Rezession nach dem Krieg) datiert.

Trotz der schwierigen Ausgangslage nach der bedingungslosen Kapitulation im Jahre 1945 waren im Gebiet der späteren Bundesrepublik anders als etwa im Hinblick auf großstädtischen Wohnraum etwa 80 bis 85 Prozent der Produktionskapazitäten unzerstört geblieben. Die Gesamtkapazitäten nach dem Krieg übertrafen sogar jene des letzten Friedensjahres 1938. Auch das Straßen- und Schienennetz war nur punktuell stark zerstört: die zahlreichen Unterbrechungen durch zerstörte Brücken und Knotenpunkte konnten relativ schnell behoben werden.

Ähnliches galt für die Schifffahrtswege, die durch zerstörte Brücken zunächst vielfach nicht befahrbar waren. Hier kam der Wiederaufbau schon vor der Währungsreform von 1948 gut voran, auch die Aufräumarbeiten in den Städten machten bis 1948 schnelle Fortschritte. Die Besatzungspolitik der Westmächte nach dem Krieg hatte zunächst aber keineswegs die rasche wirtschaftliche Erholung Deutschlands zum Ziel. Der Personenverkehr zwischen den drei Westzonen unterlag noch bis 1948 Beschränkungen.

Die von Wirtschaftsexperten wie Ludwig Erhard bereits seit Sommer 1945 angemahnte Währungsreform wurde zunächst verweigert. Nach verschiedenen, bereits während des Krieges erörterten, aber später verworfenen Plänen, wie mit dem für den Weltkrieg verantwortlichen Deutschland zu verfahren sei, entschieden sich die westlichen Alliierten schließlich für den Wiederaufbau. Im Vergleich zur Sowjetischen Besatzungszone hielten sich die Demontagen in den westlichen Besatzungszonen in Grenzen.

In dem Maß, wie dann die Differenzen zwischen den Weltmächten wuchsen und sich relativ rasch in den Kalten Krieg steigerten, wurden die Wirtschaftshilfen für beide deutschen Staaten ausgeweitet. Da die Reichsmark nach dem Krieg weitgehend entwertet war, wurde sie in den drei westlichen Besatzungszonen am 21. Juni 1948 durch die neue Deutsche Mark abgelöst.

Diese Währungsreform schaffte die Voraussetzung für eine wirtschaftliche Konsolidierung und vereinfachte die organisatorisch bereits angelaufene Hilfe durch das European Recovery Program, besser bekannt unter dem Namen Marshallplan. Wenige Tage später fand die Übergabe der Frankfurter Dokumente statt. Das erste Dokument enthielt die Ermächtigung der Regierungschefs, eine Versammlung der elf Landtage einzuberufen, damit eine angemessene Zentralgewalt und Grundrechte für den neu zu schaffenden Staat ausgearbeitet werden konnten.

Das zweite Dokument enthielt die Aufforderung, die Ländergrenzen innerhalb der Westzonen anzupassen. Das dritte Dokument enthielt die Forderung, Grundzüge eines künftigen Besatzungsstatus festzulegen. Die Frankfurter Dokumente können als die Geburtsurkunde der dann 1949 gegründeten Bundesrepublik Deutschland (BRD) angesehen werden.

Kinder im 20. Jahrhundert | Nachkriegszeit und Wirtschaftswunder (Doku):
Kinder 20 Jahrhundert Nachkriegszeit Wirtschaftswunder Dokumentation

VideoGold.de

VideoGold.de

VideoGold.de ist seit 2007 das erste freie Videoportal Deutschlands, welches frei zugängliche Videos in Form von Berichten, Dokumentationen, Diskussionen, Filmen, Interviews, Livestreams, Musik-Videos, Serien, Trailer, Video-Clips und Vorträge in einer Mediathek vereint.

Produktsortiment Uebersicht Leaderboard 728x90



  • Kommentare zum Video

    Benachrichtigung
    avatar
    5000
    wpDiscuz