KenFM über: Kultur

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Kultur ist das Betriebssystem des Menschen. Ohne Kultur ist der Mensch wie ein Rechner ohne User.

Wir leben in sehr berechnenden Zeiten. Alles wird daraufhin überprüft, ob es sich rechnet. Auch Kultur. Kultur im 21. Jahrhundert ist vor allem Kulturbetrieb. Ein Betrieb, der ständig danach trachtet, Mitarbeiter zu entlassen, um zeitgleich die Produktion hochzufahren. Dieses Hochfahren ist die eigentliche Hochkultur unserer Kultur. Popkultur. Shopkultur. Das Streben nach dem grössten gemeinsamen Markt! Quotenkultur.

Was heute zählt, ist das Wissen über die Beschaffenheit der Masse. Die Masse ist träge. Kultur für die Masse ist schwer zu ertragen. Wenn wir heute etwas über Masse und damit über uns als Individuen wissen wollen, lassen wir Kundenprofile erstellen. Immer nach Jägern und Sammlern, getarnt als Käufer – Verkäufer. Gefischt wird heute mit dem Internetz.

Unsere Kultur, die digitale Kultur, dient nicht dem Einzelnen das Leben zu begreifen, sondern zunehmend dem Staat, uns in den Griff zu bekommen. Wo man hinkommt: Überwachungskameras. Orwell war ein Optimist. Ihm wäre das Lachen längst vergangen. Wir haben vorgesorgt. Comedy is King. Formatiert halten wir unsere Kultur in Form – am laufenden Band.

Mit Lachen, das vom Band kommt. Kultur diente dem Menschen mal dazu, der Natur eine Antwort entgegenzuhalten, eine Antwort auf eine Frage, die die Natur so nie gestellt hatte. Warum???

Warum ist out. Warum ist anlog.
In ist: digital. In ist, wer drin ist.
Auf der Höhe der Zeit. Willkommen im Neanderdigital.
Jede Null kann es heute zur Nummer Eins bringen. Es reicht: Dauerpräsenz.

Im Bild sein, hat Gebildetsein ersetzt. Heute gilt: wir erfahren nichts mehr selber! Wir lassen erfahren!

Wissen ist längst Ware, Massenware. Hergestellt von Massenmedien.

Unsere Kultur kann man mit unseren Autos vergleichen. Sie werden immer komplizierter. Sie werden immer schneller. Sie stehen immer häufiger im Stau, sehen alle irgendwie gleich aus und produzieren ganz nebenbei: heisse Luft.

Wir sind zu Beifahrern in unserem eigenen Leben verkommen.

Naiv? Ja! Aber mit Navi! Wir glauben zu wissen, wo es lang geht und was immer wir da am Wegesrand entdecken wird von uns in Besitz genommen. Wir verwechseln Finden mit Erfinden.

Das betrifft auch unsere Definition von Kultur. Wir halten Kultur für eine einzigartige rein menschliche Leistung, etwas, was nur unsere Spezies zu schaffen im Stande ist. Nur stimmt das ? Muss der Begriff Kultur in Wahrheit nicht auf das Leben an sich ausgedehnt werden?

Was ist Evolution, wenn nicht die Kultur der Natur. Ihre Exponate offenbaren sich im Entstehen der Arten. Der Irrtum unserer Art ist schon sprachlich erkennbar. Der Mensch glaubt ernsthaft, aus der Natur hervorgegangen zu sein. Tatsächlich ist er von ihr eingekreist.

Der maximale Abstand, den der Mensch von der Natur erreichen kann, ist der Abstand Kopf-Erde. Einigen wir uns auf durchschnittlich 1,80. Aber auch wenn wir aufrecht gehen, ist unsere Kultur doch in Wahrheit latent auf Froschperspektive.
Das zeigt sich immer dann, wenn irgendwo ein Krieg ausbricht. Kaum ein paar Wochen vom Hauptserver Kultur, der Zivilisation, abgekoppelt, mutiert das Kulturwesen Mensch zum brutalsten aller Geschöpfe.

Der Mensch, das Projekt K, geht k.o. Schon in der ersten Runde. Unsere Arroganz basiert auf der Annahme, dass wir inzwischen so viel wissen, dass wir nicht mehr wissen müssen, woher dieses Wissen stammt. Wir haben begonnen, unser Wissen auszulagern. Im grossen Stil. Stil war mal Haltung. Kultur war mal Geisteshaltung, die man bitteschön mitzubringen hatte.

Das Kulturvolk heute kocht nach Rezept. Es kocht Rezepte nach. Was fehlt ist eigener Geschmack. Um der drohenden Geschmacklosigkeit vorzubeugen, produziert unsere Kultur Werbung. Als Geschmacksverstärker. Werbung ist heute Kunst. Werbung ist KULTUR…

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KenFM ist ein freies Presseportal, eine Nachrichtenplattform, die bewusst das Internet als einziges Verbreitungsmedium nutzt, um das klassische Sendegebiet eines UKW Radios auf den ganzen deutschsprachigen Raum auszudehnen. Darüber hinaus agiert KenFM zunehmend im internationalen Rahmen: Unsere Beiträge werden bereits in verschiedene Sprachen übersetzt, englischsprachige Interviews finden in der Rubrik „KenFM-International“ ihren Platz. KenFM ist userfinanziert und somit auf die finanzielle Unterstützung der Community angewiesen. Wir verstehen KenFM daher auch nicht als unser Portal, sondern als das all derer, die uns mit ihrem Geld den Auftrag gegeben haben, im Dreck zu wühlen, die Spreu vom Weizen zu trennen. Nicht embeddeter Journalismus aus Berlin. Finanziert durch den User! https://kenfm.de/unterstutze-kenfm



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