KenFM im Gespräch mit: Volker Handon (Die Psycho-Trader – Aus dem Innenleben unseres Finanzsystems)

Geld ist ein Schmiermittel. Es wurde erfunden, um den Handel zwischen Menschen zu erleichtern. Geld kann transportiert werden – das macht Reisen sehr einfach, zumal Geld dann wie ein Speicher funktioniert. Anders als Goldmünzen, wie man sie Jahrhunderte lang nutzte, hat der moderne Geldschein an sich keinen Wert, sondern ist eher wie ein Schuldschein zu betrachten, oder eine Art Versprechen. Wer einen Geldschein auf den Tresen legt, bekommt im Gegenzug Ware, oder aber der Empfänger des Scheins leistet im Gegenzug Arbeit.

Mit der Erfindung der Kathedralen des Finanzkapitals, den Börsen, hat Geld sich verselbständigt. Es existieren jetzt zwei völlig unabhängig voneinander agierende Geldkreisläufe. Der eine organisiert Kredite für die Realwirtschaft, korreliert also mit echter Wertschöpfung, der andere wird als reines Risikokapital auf digitalen Spieltischen investiert. Hier wird mit Geld Geld verdient, ohne dass die Gesellschaft dafür einen Gegenwert erhält.

Das Geschäft mit dem Risikokapital wäre nicht so verheerend, wenn die dabei erzeugten Spekulationsblasen beim Platzen nicht von Vater Staat mit Steuergeldern beglichen würden.

Gewinne werden privatisiert, Verluste verstaatlicht. Der Begriff Finanzkrise soll verschleiern, dass es sich hier um Wirtschaftsverbrecher handelt, die mit der Politik ein korruptes Verhältnis pflegen. Von 100 Euro landen heute 96 in dubiosen Fonds, während der kleine Handwerker von seiner Bank keinen Kredit bekommt, da seine Margen zu gering sind.

KenFM sprach mit Volker Handon, einem Mann, der eher zufällig eine Banklehre machte, um später in Frankfurt einer der ersten Pioniere zu werden, was die Einführung des voll elektronischen Aktienhandels via Computer betrifft. Damals wurde in New York noch auf Handzeichen verkauft. Handon spekulierte über Jahre als Day-Trader mit dem Geld anderer Leute. Spätestens seit er begann, eigene Vermögen in den Kreislauf zu pumpen, wurde ihm klar, mit welchem Risiko er da jeden Tag hantierte.

Heute ist Volker Handon einer der schärfsten Kritiker des Casino-Kapitalismus, bei dem der Zocker immer eine Art Handgranate in einem Munitionslager darstellt.

KenFM traf den Finanzjongleur, um mit ihm über sein Buch „Die Psycho-Trader. Aus dem Innenleben unseres kranken Finanzsystems“ zu diskutieren.

Wer das Buch gelesen hat, kann erkennen, dass sich nach dem Crash 2008 nichts verbessert hat. Im Gegenteil, die nächste Blase steht längt vor dem Zerplatzen, nur sind jetzt alle Mittel verbraucht, um erneut den Bankensektor zu retten.

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