KenFM im Gespräch mit: Robert Fleischer

Die Bilderberger.

Machteliten haben eine natürliche Aversion gegen Transparenz, denn Transparenz entzaubert deren Mauschelgeschäfte, Geheimabsprachen und Vetternwirtschaft. Wer sich an der Spitze der Machtpyramide vor dem Verlust von Einfluss wirksam schützen will, muss das, was man gemeinhin unter Demokratie versteht, rund um die Uhr manipulieren. Am effektivsten geschieht dies, indem man neue Köpfe in Politik, Wirtschaft, Presse und beim Militär schon vorsortiert und auswählt, bevor man sie als zur Wahl stellt. Beim Poker würde man sagen, wer mit gezinkten Karten spielt, erhöht die Chancen zu gewinnen.

Einer der bekanntesten Clubs der “Vorauswahl”, wenn es um Personen und deren Posten geht, ist der Club der Bilderberger. Seit Jahrzehnten treffen sich hohe Tiere, vor allem aus der Privatwirtschaft mit den jeweils mächtigsten Volksvertretern, ohne dass diese im Vorfeld oder später über das Beschlossene Rechenschaft ablegen würden.

Die Bilderberger-Treffen haben nur ein Ziel: Private Interessen sollen mit der Politik so synchronisiert werden, dass der Wille der verschiedenen Völker nur noch dann berücksichtigt wird, wenn er sich mit den Interessen der Bilderberger deckt.

So schön, so korrupt.

Irre dabei ist, dass ausgerechnet der Steuerzahler für die teuren Privatpartys der “Einfluss-Reichen” und Schönen zur Kasse gebeten wird, und dass speziell in Deutschland die Spitzen der Politik alles dafür tun und getan haben, um Tickets zu diesem Treffen zu ergattern. Ganz oben auf der Liste steht der ehemalige und bereits verstorbene Bundespräsident Walter Scheel. Das alles ist keine Verschwörungstheorie, sondern kann bewiesen werden. Es gibt Akten.

Der Journalist Robert Fleischer hat sich die Mühe gemacht und sich diese Akten einfach mal kommen lassen. Er war im Bundesarchiv zu Koblenz. Was der Mann im Gespräch mit KenFM an Fakten präsentiert, ist mehr als bizarr. Demokratie in der BRD ist nicht nur repräsentativ, sie ist vor allem ferngelenkt. Der Staat wir privat gelenkt.

Der französische Soziologe, Intellektuelle und Philosoph Henri Lefebvre hatte vollkommen Recht, als er erkannte:

“Es wird alles getan, damit die Realität der Macht und ihr wahres Gesicht in den gesellschaftlichen Verhältnissen nicht erkannt werden. Der Staat hat die Eigenheit, sich immer als das auszugeben, was er nicht ist.”

Die Bilderberger sind ein Club, der seit Jahrzehnten dem “Mehr Demokratie wagen” erfolgreich in die Speichen greift. Es wird Zeit, Gastgeber und Gäste offen unter die Lupe zu nehmen. Dass die Presse das bisher versäumte, ist kein Zufall.

Inhaltsübersicht:

00:03:48 Beginn der journalistischen Tätigkeit, Kritik an der Fernsehindustrie und deren Berichterstattung

00:09:41 Investigativ unterwegs auf der Bilderberg-Konferenz in Dresden

00:15:08 Bilderberg-Konferenzen: Historie, Zielsetzung und Wandel der elitären Zusammenkunft (Grundlage: Akten von Walter Scheel)

00:20:31 Verquickung zwischen Bundesregierung und Bilderberg-Konferenz und der Einfluss der Industrie

00:32:17 Die Medien und die Bilderberger: Welche Journalisten werden zu welchem Zweck zur Konferenz eingeladen?

00:37:44 Demokratieverständnis und Absprachen bei den Bilderbergern: Von der Einführung des Euros und der Frage nach den Redebeiträgen im Zusammenhang mit dem Informationsfreiheitsgesetz

00:53:44 Wandel im Journalismus: Diffamierung, mangelnde Transparenz und klebrige Nähe zu den Eliten

01:08:38 Wie kommt man an Informationen zu den Bilderbergern und wie wird über die Treffen berichtet?

01:18:58 Der schwindende Einfluss der Massenmedien – Wohin geht der Trend?

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