KenFM im Gespräch mit: Rita Süssmuth

Rita Süssmuth ist eine Ikone der deutschen Politik.

Das war nicht geplant. Die Frau kam aus der Wissenschaft und ist in ihrem Denken und Handeln stets unabhängig geblieben. Das machte sie oft unbequem. Vor allem für den Mann, der sie zweimal persönlich darum bat, ihn politisch zu unterstützen. Helmut Kohl.

1985 übernahm Prof. Dr. Dr. Rita Süssmuth als politische Quereinsteigerin das Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit und wurde so die erste Frauenministerin auf Bundesebene. Von 1988 bis 1998 stand sie dem Bundestag als Präsidentin vor. Sie und Richard von Weizsäcker spielen, was das ethische Credo angeht, in der selben Liga.

Rita Süssmuth hat nie vergessen, was es bedeutet, Krieg zu erleben und zu überleben. Erlebnisse, wie ausgebombt oder verschollen zu sein, Hunger oder Trauma sind für sie keine abstrakten Worthülsen. Geschichte darf sich nicht wiederholen.

Im Gespräch mit KenFM zieht Rita Süssmuth nicht nur Bilanz über ihr ganz persönliches politisches Leben, ihre Erfolge, ihre Fehler. Sie appelliert auch an uns, alles dafür zu tun, um den Frieden in Europa und der Welt als das höchste Gut überhaupt zu verteidigen.

Rita Süssmuth fordert im Gespräch mit Ken Jebsen eine starke Friedensbewegung. Wir alle mögen uns als Individuen, als Menschen mit Rückgrat, den erneut erwachenden Interessen-Blöcken entgegenstellen. Gerade Deutschland darf den Gesprächsfaden vor allem mit Russland niemals abreißen lassen, so Süssmuth. „Wir können mehr.“

Inhaltsübersicht:

00:07:32 Erkennen von Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der kulturellen Begegnung

00:14:44 Ängste können nur im Dialog mit den Menschen überwunden werden: Angst vor dem Fremden, vor sozialem Abstieg, vor Globalisierung und Digitalisierung

00:24:22 Das Projekt Europa: mehr als eine Wirtschaftsunion

00:36:06 Illegale Kriege von Jugoslawien bis Syrien: Die UNO, das Völkerrecht und die Schuldfrage des Politischen

00:48:58 Abkehr vom Denken in Machtblöcken: Deutsche Außenpolitik in Bezug auf Russland und die Ukraine

01:01:51 Wandel durch Handel und Kooperation: von der Bedeutung enger Wirtschaftsbeziehungen für eine friedliche Koexistenz

01:13:24 „Die Wahrheit ist zumutbar“: Presse, Informationspolitik und Wutbürgertum

01:22:02 Aus der Wissenschaft in die Politik: der Kontakt mit Helmut Kohl und der Wunsch nach politischer Gestaltung

01:28:24 Politik als Kunst und der Umgang mit Glaube, Tod und Vergänglichkeit

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