KenFM Gastkommentar von Evelyn Hecht-Galinski:Nach dem Landraub, jetzt der Landtausch?

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=19027

An diesem 8. Mai haben wir den 65sten Jahrestag der “Nakba”, der Katastrophe für das palästinensische Volk, die am 10. März 1948 im Roten Haus in Tel Aviv, dem Hauptsitz der jüdisch-zionistischen Terrorgruppe Hagana von 11 Männern – altgedienten zionistischen Führern und jungen jüdischen Offizieren – beschlossen wurde. Unter dem Codenamen “Plan D” wurde hier die ethnische Säuberung Palästinas geplant und danach planmäßig in Angriff genommen wurde. Ilan Pappe beschreibt das eindrucksvoll in seinem Buch “Die Ethnische Säuberung Palästinas”.

Die damalige jüdisch-zionistischen Terrorgruppe Hagana

 
Bis heute vollendet man so die Pläne von Theodor Herzl, eine Heimstätte für das jüdische Volk zu schaffen – ohne Rücksicht auf die dort lebenden Ureinwohner, die Palästinenser: “Für ein Volk ohne Land ein Land für ein Volk”, und wie Herzl weiter schrieb, um einen Schutzwall für die westliche Zivilisation gegen die Barbarei des Orients zu sein. Man müsse die Palästinenser halt einfach loswerden. So die Sätze Herzls, und in der Tat arbeitet der zionistische Staat hart an dessen Vorgaben!
 
Übrigens krönt man Herzls “Wirken” jetzt in der Tschechischen Republik mit einem “Theodor-Herzl-Lehrstuhl für Zionismus”! Ausgerechnet in der berühmten Villa Tugendhat in Brünn, einem Bauwerk des berühmten Architekten Mies van der Rohe, das seit 2001 in die Liste des Unesco-Welt-Kulturerbe aufgenommen wurde! Hier setzt sich die ungute tschechische Tradition der bedingungslosen Unterstützung des Zionismus fort. Einen Lehrstuhl in Herzlya, benannt nach dem ersten Präsidenten der Tschechoslowakei und Zionisten Tomas Garrigue Masaryk gibt es schon seit dem vergangenen Jahr und der bietet tschechischen Studenten Studienaufenthalte in Israel an.
 
Hatte nicht schon die frühere tschechoslowakische Regierung die Zionisten im “Unabhängigkeitskrieg” von 1948 mit Waffenlieferungen und Ausbildung der jüdischen Piloten unterstützt? Zitat des israelischen Botschafters bei der Einweihung dieses “Herzl-Zionismus”-Lehrstuhls: “Ohne die Hilfe der Tschechoslowakei hätten wir damals Jerusalem nicht gleich zu UNSERER Hauptstadt machen können. Israel würde zwar existieren, aber es hätte mehr (!) Opfer erbringen müssen, und der Krieg hätte länger gedauert”!
 
So unterstützte Tschechien als einziges EU-Land 2012 Jahr die Aufwertung Palästinas in den UN-Beobachter Status nicht. Tatsächlich setzt sich hier die bezeichnende Unterstützung für “jüdische Nationalbestrebungen” fort, nachdem die Tschechoslowakische Republik bereits dreimal Gastgeber für die Kongresse der zionistischen Weltorganisation war, nämlich 1921, 1923 und 1933! So steht die Tschechische Republik in einer bis heute unrühmlichen zionistischen Tradition, die nun ihre Krönung im Lehrstuhl für Zionismus findet, und damit sich diese zionistische Ideologie, die schon soviel Unheil angerichtet hat, weiter verbreiten kann. Zionismus als die Speerspitze von Kolonialismus, Rassismus und Unterdrückung der Palästinenser!

In diesem Sinne zum 8. Mai und 65. Unabhängigkeitstag Israels und im Gedenken an die Nakba. 65 Jahre Vertreibung, Unterdrückung und 46 Jahre Besatzung sind genug! Für einen gerechten Frieden und für einen gemeinsamen demokratischen Staat für alle seine Bürger. Die Menschen fordern den politischen Systemwechsel im historischen Palästina. Das ist mein Wunsch für das palästinensische Volk und uns alle! (PK) 
 
http://www.spiegel.de/politik/ausland/israel-feuert-raketen-auf-syrien-a-898150.html

Die Menschen fordern den politischen Systemwechsel im historischen Palästina. Für einen gemeinsamen demokratischen Staat für alle seine Bürger.

http://senderfreiespalaestina.de/pdfs/konferenzprogramm_2013_deutsch.pdf

findet die Zweite Palästina-Solidaritätskonferenz in Stuttgart 10.-12.05.2013 statt.


http://senderfreiespalaestina.de/pdfs/konferenzprogramm_2013_deutsch.pdf
 
Evelyn Hecht-Galinski ist Publizistin, Autorin und Tochter des 1992 verstorbenen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski. Ihre Kommentare für die NRhZ schreibt sie regelmäßig vom “Hochblauen”, dem 1165 m hohen “Hausberg” im Badischen, wo sie mit ihrem Mann Benjamin Hecht lebt.
2012 kam ihr Buch “Das elfte Gebot: Israel darf alles” heraus. Erschienen im tz-Verlag ISBN 978-3940456-51-9 (print), Preis 17,89 Euro.

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