KenFM Gastkommentar von Evelyn Hecht-Galinski : U21-EM in Israel. Das schöne “geschönte” Gesicht

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KenFM Gastkommentar von Evelyn Hecht-Galinski : U21-EM in Israel. Das schöne "geschönte" Gesicht

U21-EM in Israel von 2013 und Olympiade in Deutschland 1936
Das schöne “geschönte” Gesicht

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=19133

Da haben wir also den Beginn der U21-EM im Besatzer-Staat Israel live übertragen in 140 Ländern der Welt erleben dürfen. Ein schwarzer Tag für alle Palästinenser. Mit dieser Vergabe der UEFA an Israel als Austragungsland hat sich Präsident Michel Platini über alle Proteste gegen diesen Austragungsort hinweggesetzt. Die Proteste von Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu und anderen Prominenten verhallten im Nirwana.

So fügt sich Platini nahtlos in die französische Politik ein. Frankreich überlegt sich, Waffen an die sogenannte syrische Opposition zu liefern. Frankreich, damals noch unter Sarkozy, war führend am Libyen-Krieg und der Ermordung von Gaddafi beteiligt. Nicht unwichtig dabei, damals der Einfluss des “Kriegsphilosophen” BHL (Bernard Henri Levy) auf Sarkozy. Dieser knüpfte schon sehr früh Kontakte zur libyschen Opposition um das Eingreifen Frankreichs einzufädeln. Auch versuchte er schon im Juni 2012 in einem offenen Brief an Staatspräsident Hollande wenige Stunden nach dessen Wahl diesen zum Eingreifen in Syrien aufzufordern.

BHL erinnert dann immer wieder an das Leid des syrischen Volkes, oder vorher des libyschen, aber hat er jemals versucht, an das Leid der von Israel besetzten Palästinenser zu erinnern? Weit gefehlt. Israel ist für BHL, Hollande, Sarkozy oder Platini kein Thema, wenn es um Verletzung der Menschenrechte geht. Eine Schande ist vielmehr, das dieses Politiker für dieses “Wegsehen” auch noch belohnt werden. Sarkozy bekam die Ehrendoktorwürde der Universität Netanja für die Entschiedenheit und seine Freundschaft gegenüber dem Staat Israel und dem jüdischen Volk. Ein wahrer Freund Israels, wie Hochschulpräsident Zvi Arad betonte.

Sarkozy bedankte sich u.A. mit folgenden schleimtriefenden Worten: “Ihr (Israel) seid der Beweis dafür, dass die Menschlichkeit immer siegt. Und die Einmischung in Libyen hat gezeigt, dass man die Todesmaschinerie aufhalten kann. Ich kann den Völkermord durch das Regime (Syrien) nicht hinnehmen. Es ist für mich sehr traurig, zu sehen, wie Europa tatenlos ist und zusieht, wie Israel allein handelt”! Die UNESCO zeichnete einen Monat später, also im Juni 2013, Präsident Hollande für seine Mali-Intervention mit dem Friedenspreis aus.
Merken wir uns also: die Preise oder Friedensnobelpreise werden inzwischen zu Preisen für den Krieg, oder Intervention, oder Kampf gegen den (islamischen) Terror vergeben, ganz im Sinne der neuen Kriegs-/Friedens-Doktrin seit 9/11!
Ach, wo ich schon bei Preisverleihungen bin: Broder hatte in der Welt, dem Blatt, wo er sein Gnadenbrot schreibend verdient, angekündigt, seinen, an ihn 2007 verliehenen Börne-Preis zurückzugeben. Broder kann nicht ertragen, dass der Karlsruher Philosoph Peter Sloterdijk diesen Preis erhält. Das ist für ihn unsäglich und unerträglich. Er wolle keinem Zirkel angehören, der einen Massenmordversteher und Terrorversteher aufnehme. Das sagt der Richtige! Dieser Hardcore-Zionist und kritiklose Israel-Versteher, regt sich auf, weil Sloterdijk mehr als berechtigte Zweifel über 9/11 äußerte. Folgerichtig fiel auch die Antwort der Börne-Stiftung aus, dass sie natürlich auch davon ausgehe, dass Broder das Preisgeld von 20.000 Euro zurückerstatten wird, wenn er seine Ankündigung in der Welt wahr macht.

Evelyn Hecht-Galinski ist Publizistin, Autorin und Tochter des 1992 verstorbenen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski. Ihre Kommentare für die NRhZ schreibt sie regelmäßig vom “Hochblauen”, dem 1165 m hohen “Hausberg” im Badischen, wo sie mit ihrem Mann Benjamin Hecht lebt.
Einen interessanten Brief von Ihr finden Sie in dieser Ausgabe an einen ZEIT-Redakteur in dem Artikel
2012 kam ihr Buch “Das elfte Gebot: Israel darf alles” heraus. Erschienen im tz-Verlag ISBN 978-3940456-51-9 (print), Preis 17,89 Euro.

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