KenFM Gastkommentar von Evelyn Hecht-Galinski :Gedanken zum Gedenken

Der Bundestag zelebrierte am 13. und 14. Juni großes Theater. Beginnen wir mit dem “guten Tag” für Erika Steinbach, der Vorsitzenden des Bundes der Vertriebenen, BdV, die sich zufrieden zeigte über das künftige Datum des 20. Juni als Gedenktag an die Flucht und Vertreibung von etwa 12 Millionen Deutschen aus ehemaligen Siedlungs- und Reichsgebieten der Vorkriegszeit. So der Beschluss des Bundestages zur Erweiterung des Weltflüchtlingstages.

Eigentlich hatte Steinbach den 4. August, den Tag der Charta der Heimatvertriebenen, im Sinn gehabt, einer Charta, die nur das Leid der deutschen Vertriebenen sieht und Unterschriften von vielen ehemaligen Nazis, SS-Leuten und Generälen der ehemaligen Wehrmacht trägt. Eine Charta, die weder die Vernichtung der Juden, noch die Massenver-brechen – begangen von Deutschen an Polen und Russen – erwähnt. Dazu passend erscheint mir Steinbachs Bezug zur Vertreibung. Ist sie wirklich eine Vertriebene und nicht viel mehr eine Getriebene? Waren ihre Eltern nicht nach der Annexion im Zweiten Weltkrieg aus dem Westen Deutschlands in ihren Geburtsort “Reichsgau Danzig-Westpreußen” gezogen? Zeigt das nicht, wie zynisch dann der ständigen Hinweis auf “Verzicht auf Rache” der Vertriebenen-Funktionäre und ihrer Gefolgsleute eigentlich ist?

“Verleugnung und Verdrängung, wäre der richtige Name für das Zentrum “Flucht, Vertreibung, Versöhnung” das jetzt gebaut und 2016 eingeweiht werden soll. Der Geschichtsdeutung und Klitterung vieler “Heimatvertriebener” wird mit diesem Zentrum ein Denkmal gesetzt. Auch wenn dieses Zentrum angeblich jetzt mehr die Perspektiven der Flucht und Vertreibung in Europa berücksichtigen will, bleibt ein “brauner” Duft. Auch diesmal, wurde übrigens, wie auch schon in der oben erwähnten Bundestagsdebatte, keinerlei Bezug auf die Vertreibung und Enteignung der Palästinenser, also der Nakba durch den 1948 neu gegründeten jüdischen Staat, genommen.

Bei Erika Steinbach erscheint mir das mehr als nachvollziehbar. War sie nicht von 1987 bis 1997 Schirmherrin der Frankfurter Gruppe der Women`s International Zionist Organisation (WIZO) und ist außerdem – und das seit 1985 – Mitglied in der Deutsch Israelischen Gesellschaft? Diese Frau die auch 1991 gegen die Anerkennung der Oder-Neiße Grenze stimmte, ist im Ehrenamtlichen Rat des Komitees des Gedenk- und Versöhnungsbundes Auschwitz vertreten! Sie hat auch einen besonderen Fan, nämlich den großen Freund Israels, und Verfechter der These “Nicht die Migration, sondern der Islam ist das Problem”, Ralph Giordano, der sie 2009 gegen den Vorwurf eine Revanchistin zu sein verteidigte und ihren Kritikern eine Rufmordkampagne vorwarf. Frau Steinbach, nicht die sogenannten Heimatvertriebenen, haben das “kulturelle Fluchtgepäck, dass was im Kopf und im Herzen aus der Heimat mitgebracht wurde”, nein, sie haben eine Tradition der Verdrehung und Verdrängung mitgebracht. Warum hat man weder in der Bundestagsdebatte, noch in dem geplanten Zentrum für Vertreibung der Palästinenser und deren Vertreibung gedacht? Sind nicht sie, die Palästinenser, im Gegensatz zu den deutschen Vertriebenen die wirklich unschuldigen Opfer des Holocaust, unter dessen Folge sie bis zum heutigen Tag zu leiden haben?

Gleichzeitig ist Steinbach Vorsitzende der Arbeitsgruppe “Menschenrechte und humanitäre Hilfe” der CDU/CSU Bundestagsfraktion. Ist es nicht an der Zeit zu fragen, ob es bis heute gerechtfertigt ist, Millionen von Steuergeldern zu vergeuden, um eine “Berufsfolkore” und deren mehr als anrüchige Geschichtsdeutung des BdV zu sponsern?

(1) http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=18972
(2) http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=17772

Evelyn Hecht-Galinski ist Publizistin, Autorin und Tochter des 1992 verstorbenen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski. Ihre Kommentare für die NRhZ schreibt sie regelmäßig vom “Hochblauen”, dem 1165 m hohen “Hausberg” im Badischen, wo sie mit ihrem Mann Benjamin Hecht lebt.
2012 kam ihr Buch “Das elfte Gebot: Israel darf alles” heraus. Erschienen im tz-Verlag ISBN 978-3940456-51-9 (print), Preis 17,89 Euro.

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  • Kommentare zum Video

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    shitforfun
    Zuschauer

    Natürlich immer wieder Nasihs und böse DEUTSCHE usw. usf…
    Diese Person gehört in Zwangsjacke vorgeführt und dann ab in die Klapper,
    wegsperren, keine Geld mehr für Volksverblödung e.V. ! ! !

    “”Hecht-“”im Karpfenteich als Raubfisch_Innen, daß Jüdischen Vollblut
    Fordern, mit Inbrunst zum Schuldkomplex bis zum Ende Deiútschlands
    zelebrieren,
    Teich ist leer und nix mehr zum “Abfischen” in den Kassen…..

    Friedrich Zehetner
    Zuschauer
    Die jüdische Hetzerin Galinski bei einer ihrer geschichtsfälschenden Ausdünstungen. Eben erst schlug sie vor, den 8 Mai zum Feiertag in der BRD zu erklären und wundert sich, das selbst in der von der Umerziehung schwer betroffenen BRD-Bevölkerung keine Mehrheit dafür zu finden sei…. Übrigens Steinbachs Vater stammt aus Niederschlesien und somit ist es egal, ob die Familie Steinbach nun aus Westpreußen oder Schlesien vertrieben worden wäre. Sie wurden vertrieben weil sie Deutsche sind und weil Polen ostdeutsches Land nicht nur schon vor dem Krieg beanspruchte, sondern bereits Mitte des 19. Jh. wie es vielfach nachgewiesen ist. Dies ist der Kontext… Mehr anzeigen »
    Ostpreußischer Rundfunk
    Zuschauer

    Die Verbrechen der Nationalsozialisten eignen sich nicht als Vorwand zur
    Relativierung von Verbrechen an Deutschen. Menschenrechte sind unteilbar:
    (Youtube) watch?v=Udp17PX3KfE

    Ostpreußischer Rundfunk
    Zuschauer

    Wer mit NS-Vorwürfen gegen wen auch immer operiert, sollte sich in Bezug
    auf die Nachkriegszeit bewusst sein, dass belastete Personen quer durch die
    Gesellschaft Einfluss hatten, selbst in der DDR: Noch 1958 war ein Drittel
    der Mitarbeiter in der DDR-Verwaltung ehemals Mitglied der NSDAP und selbst
    die SED (heute: Die LINKE) hatte 1949 noch 25 Prozent ehemalige
    NSDAP-Mitglieder in ihren Reihen. Frau Hecht-Galinski argumentiert in
    dieser Hinsicht recht einseitig.

    Ostpreußischer Rundfunk
    Zuschauer

    BdV-Präsidentin Erika Steinbach wurde 1943 im westpreußischen Rahmel, Kreis
    Neustadt, geboren, das zu Kriegsbeginn an Deutschland rückangegliedert
    worden war. Ein Teil ihrer Familie wurde aus Schlesien vertrieben. Sie
    selber wäre in den Wirren der Flucht mit Mutter und Schwester beinahe auf
    die „Wilhelm Gustloff“ gelangt, die von einem sowjet. U-Boot torpediert und
    versenkt wurde. Auch im Westen teilten sie und ihre Familie das Schicksal
    der Vertriebenen, die vielfach auf Ablehnung stießen.

    YAZZAZZIN
    Zuschauer

    viele vergessen was das Wort Semitismus alles beinhaltet. Es geht nicht nur
    um Juden sondern auch um die Araber und alle anderen Rassen des nahen
    Ostens.. demnach gibt es keine grössere antisemitische Einheit als Israel
    selbst… wer das nicht glauben sollte, sollte dringenst in den
    Geschichtsbüchern oder bei wikipedia nach der Definition von Semitismus
    nachlesen bzw. was dieses Wort überhaupt bedeutet… ;)

    Andreas Hofer
    Zuschauer

    Schlechtester KenFM Beitrag seit langem!

    Arsène Meitantei
    Zuschauer

    Es wäre eines von vielen möglichkeiten. Deshalb kann ich aber nicht einfach
    jemanden erschießen. Sofern ich keine Paranoia hätte, würde ich das nicht
    denken. Allerdings führen die umstände in Israel, sicher zur Parnoia.

    wazzup man
    Zuschauer

    nein, würde ich auch denken und sei ehrlich zu dir selbst, würdest du auch
    denken.

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