KenFM am Telefon: Christoph Hörstel über EU-Außenministertreffen zu Syrien

Baschar al-Assad ist Präsident Syriens. Immer noch. Zwei Jahre Bürgerkrieg – überhaupt erst möglich durch die massive Unterstützung des Westens, und durch unmittelbare Nachbarn Syriens, die durch den Westen gedeckt werden – haben zwar große Teile der Infrastruktur zerstört, und rund 80.000 Menschen das Leben gekostet, nur ihr eigentliches Ziel haben sie nicht erreicht. Im Gegenteil: Der größte Teil der syrischen Bevölkerung steht, nach wie vor, jetzt erst recht, oder schlicht wieder hinter dem Präsidenten. Warum, liegt auf der Hand. Wer die Wahl hat zwischen einer mit eiserner Hand herrschenden Präsidentenfamilie, oder einer aus radikalen Moslems bestehenden Rebellen-Armee, der entscheidet sich für das geringere Übel.

Fakt ist: Wenn die als Freie Syrische Armee bezeichneten Rebellen, die in großen Teilen aus Al-Qaida-Kämpfern bestehen, die man in Katar und Saudi-Arabien rekrutierte, in Syrien gewinnen würden, ist ihnen alles zuzutrauen – nur nicht, dass sie eine Demokratie einführen. Der syrische Bürger weiß das, und langsam dämmert es offensichtlich auch dem Westen. So trafen sich am heutigen Montag in Brüssel die EU-Außenminister, um über das „Schicksal” Syriens zu beraten. In Wahrheit ist dieses Treffen ein Eingeständnis, dass die bisherige Taktik der Gewalt zur Destabilisierung Syriens vollständig gescheitert ist. In Brüssel geht es um eine neue Taktik. Die Zeit drängt, denn im Juni ist eine offizielle, internationale Syrien-Konferenz geplant, für die neben der USA und Russland, auch der syrische Regierungschef Assad sein Kommen angekündigt hat.

Die komplexe Gemenge-Lage in und um Syrien, wer hier vor und hinter den Kulissen die Strippen zieht, aber auch die Nebenkriegsschauplätze und der Kern, um den es in diesem Krieg wirklich geht, werden in diesem Gespräch mit dem Journalisten, Autor und Regierungsberater Christoph Hörstel erörtert.

Die Situation ist viel verfahrener, als es uns die embedetten Medien seit Monaten verkaufen. Wir stehen unmittelbar vor einem Flächenbrand, der unkontrolliert die gesamte Region, und damit auch Israel erfassen könnte – ein Land also, das über Nuklearwaffen verfügt, und mehrfach offen gedroht hatte, diese einzusetzen, wenn es sich in seiner Existenz bedroht fühlt.

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