John Heartfield – Kunst als Waffe – Gegenpropaganda

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John Heartfield — * 19. Juni 1891 in Berlin-Schmargendorf; † 26. April 1968 in Berlin (Ost) — Geburtsname Helmut Herzfeld (auch als Herzfelde bekannt)

Heartfields Arbeiten vor allem für die “Arbeiter Illustrierte Zeitung” (AIZ) und “Die Rote Fahne” prägten die visuelle Kommunikation ihrer Epoche.
Dadurch trug Heartfield auch wesentlich zur Entwicklung moderner Bildsprache über das Genre hinaus bei.

Nach einer abgebrochenen Buchhändlerlehre und einer Ausbildung an Kunstgewerbeschulen in München und Berlin wurde er 1914 als Gardesoldat eingezogen, dann aber auf Grund einer simulierten Nervenkrankheit entlassen. Er verkehrte im Romanischen Café mit der Berliner Bohème um Else Lasker-Schüler und mit George Grosz und gehörte der kleinen Gruppe junger Berliner Intellektueller an, welche sich frühzeitig der allgemeinen Kriegsbefürwortung entzog.

John Heartfield war Gründungsmitglied der KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) am 31. Dezember 1918 und trat der Partei gemeinsam mit seinem Bruder, George Grosz und Erwin Piscator bei.

1919 gehörte Heartfield zu den Initiatoren der von Berlin ausgehenden DaDa Kunstbewegung und war in dieser Szene als „MonteurDaDa” bekannt.

Im April 1920 gab Heartfield zusammen mit George Grosz und Raoul Hausmann “DaDa 3″ heraus. Im Juni beteiligte er sich an der “Ersten Internationalen DaDa-Messe” in Berlin.
John Heartfield erstellte ab den 20er Jahren wiederholt auch Plakate und Titelblätter für die KPD und “Die Rote Fahne”. Die Gestaltung des teilweise avantgardistischen Designs der Roten Fahne oblag meist der Zeichnerin Helen Ernst. George Grosz und John Heartfield entwarfen ebenfalls Titelseiten, darunter weltberühmt gewordene Kollagen.

Gemeinsam mit Kurt Tucholsky gab Heartfield 1929 den viel beachteten Bildband “Deutschland, Deutschland über alles” heraus.

1930 wurde Heartfield ständiger Mitarbeiter der “Arbeiter Illustrierte Zeitung” (AIZ), für die bis 1938 die klassischen Photomontagen zur Zeitgeschichte entstanden, ab 1936 “Die Volks-Illustrierte” (VI).
Ab dem Frühjahr 1931 lebte der Künstler für ein Jahr in der Sowjetunion und arbeitete dort an verschiedenen Projekten, Ausstellungen und Theaterstücken.

1933 floh John Heartfield vor dem NS-Regime in die Tschechoslowakei, nachdem die SA seine Wohnung gestürmt hatte. Von Prag aus setzte er seine Arbeit für antifaschistische Publikationen in Deutschland fort.

Eine seiner bekanntesten Arbeiten ist mit “Millionen stehen hinter mir” betitelt und zeigt Adolf Hitler, in dessen zum Gruss nach hinten geklappte Hand ein archetypischer Industrieller Geldbündel legt.

1934 wurde Heartfield offiziell aus Deutschland ausgebürgert. Er beteiligte sich an der Karikaturenausstellung des Kunstvereins Mánes in Prag. Eine Protestnote des deutschen Gesandten gegen ihn und sein Schaffen erschwerte seine weitere Arbeit im Prager Exil. 1935 folgte eine Ausstellung seiner Werke in Paris, an der Heartfield selbst mitarbeitete.
Am 06. Dezember 1938 floh Heartfield mit Hilfe englischer Genossen nach Grossbritannien. In London arbeitete er als Buchgestalter für englische Verlage und erhielt eine Arbeitserlaubnis als freischaffender Cartoonist.

1940 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand, da er als feindlicher Ausländer in einem Internierungslager festgehalten wurde. Er beteiligte sich an Veranstaltungen des “Freien Deutschen Kulturbundes” und betätigte sich als Buchgestalter für englische Verlage.

Im Spätsommer 1950 war John Heartfield aus dem englischen Exil in die DDR übergesiedelt. Zunächst lebten sie in Leipzig, ab 1956 in Berlin. Heartfield arbeitete für Verlage und Theater, illustrierte Bücher, gestaltete Buchumschläge und Bühnenbilder, u.a. für Bertolt Brecht.

1956 wurde Heartfield zum Mitglied der Deutschen Akademie der Künste (DDR) gewählt. Es folgten weitere staatliche Ehrungen und zahlreiche internationale Ausstellungen.

Am 26. April 1968 starb John Heartfield nach einer schweren Virusgrippe in Berlin. Er wurde auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof beigesetzt.
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