Japan nach dem Super-Gau | Kazuhiko Kobayashi (Vortrag aus Langen vom 09.11.2012)

Der Name Fukushima steht für eine schreckliche Naturkatastrophe und einen der verheerendsten Reaktorunfälle in der Geschichte. Vor anderthalb Jahren, nach dem 11. März 2011, war Fukushima bei jeder Nachrichtensendung, in jeder Zeitung, in der gesamten Öffentlichkeit präsent. Niemand wusste genau, wie die Auswirkungen der Atomkatastrophe sein würden.

Einerseits überlagerten die Folgen von Erdbeben und Tsunami den atomaren Teil der Katastrophe, andererseits waren die Folgen der Atomkatastrophe kaum absehbar. Wie eigentlich immer in solchen Fällen gab es ein hohes Maß an Fehlinformationen seitens der Betreiber und der zuständigen Regierung. Nur Stück um Stück wurde das wahre Ausmaß des Unfalls offenbar, besonders nachdem zwei Blöcke des AKW Fukushima Daiichi II explodiert waren. Die radioaktive Verseuchung von Land und Meer ist aber nicht gestoppt und der Unfall ist ein fortlaufendes Ereignis. Allerdings ist all dies weitgehend aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden.

Die Initiative „Langen gegen Atomkraft” hat sich einen schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomtechnologie zum Ziel gesetzt. Sie weiß sich darin auch einig mit der japanischen Anti-AKW-Bewegung, die nach dem Unfall massiv gewachsen ist. Gegen die Wiederinbetriebnahme des ersten Reaktors nach dem Unfall in Fukushima in Japan im Sommer diesen Jahres hat es massivste Proteste gegeben, weitgehend unbemerkt auch von der deutschen Öffentlichkeit.

Der Informationsabend „Japan nach dem Super-Gau” am Freitag, 9. November 2012 um 19:30 Uhr sollte hier eine Informationslücke schließen. Herr Kazuhiko Kobayashi aus Tokio berichtete im Langener Rathaus über die Lage in Japan. Der Reaktorunfall ist ein beherrschendes Thema in der japanischen Gesellschaft, in der die großen Stromkonzerne einen erheblichen Einfluss haben und auch jede Menge Druck ausüben.

Herr Kobayashi schilderte die gesamte Situation, die Seelenlage der Japaner, auch die aufeinanderprallenden Gegensätze aus Sicht eines engagierten Atomkraftgegners. Er gab einen Einblick in die Organisation dieser neu entstandenen massiven Volksbewegung. Unterstützt wurde er dabei von Frau Dr. Dörte Siedentopf aus Dietzenbach.

Diese war im Sommer 2012 mit einer Delegation der IPPNW (Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges) in Japan und hatte dort u.a. viele Anti-Atom-Initiativen und die Region Fukushima besucht. Herr Kobayashi hatte mehr als 20 Jahre in Deutschland gelebt und gearbeitet und spricht perfekt deutsch. Er hatte bereits im vergangenen Jahr eine Vortragsreise durch Deutschland unternommen und möchte mit seinen Vorträgen möglichst viele Menschen über die wahre Lage in seinem Heimatland aufklären.

Mit dieser Veranstaltung sollte auch ein unabhängiges Krankenhaus für die Strahlenopfer in der Präfektur Fukushima unterstützt werden, indem Spenden gesammelt wurden. Das japanische Gesundheitssystem wird staatlich streng kontrolliert, Informationen werden den Patienten nicht übermittelt. Die Menschen haben das Vertrauen in dieses System verloren.

Videolink gemeldet von Shootie.

Japan nach dem Super-Gau | Kazuhiko Kobayashi (Vortrag aus Langen vom 09.11.2012):
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