Hey Veganer, Veganismus ist eine Religion!

Es ist eine verbreitete Unsitte, unerwünschte Überzeugungen, kurzerhand abwertend als Religion abzustempeln. Dies wird auch immer wieder mit dem Veganismus getan und Veganer werden dabei gern mit Sektenmitgliedern verglichen. Das wirkt einerseits ziemlich hilflos, kann aber leider als unfaires Totschlagargument auch sehr effektiv sein, denn mit so einer Taktik macht man es sich leicht, jede Überzeugung und jedes Argument als beliebig abzuqualifizieren, auch ohne sich mit der Thematik wirklich auseinanderzusetzen. Mit so einer unredlichen Argumentation steigt der Argumentierende komplett aus einem gleichberechtigten, fairen Diskurs aus, denn man sagt damit soviel wie: „Deine Ansicht ist irrationaler, unbegründeter Glaube, der mich nichts angehen muss.”

Der so argumentierende kann sich selbst sogar noch als tolerant darstellen, wenn er unter bestimmten Bedingungen die vegane Lebensweise duldet. Aber sollte ein Veganer beispielsweise gewaltvolles Handeln kritisieren, kann er dadurch – egal wie berechtigt die Kritik auch sein mag – besonders einfach als intolerant abgewertet werden und man macht es sich leicht, den Veganismus als quasireligiösen Fundamentalismus zu bezeichnen.Vermutlich passiert das zum Großteil eher unbewusst und mehr auf einer emotionalen Ebene, aber kurz gesagt ist diese abschätzige Verwendung des Religionsbegriffes eine unredliche Taktik, um Anhänger eines rational vertretbaren Interesses mundtot zu machen.

Eine eindeutige Definition von Religion gibt es nicht, aber im Allgemeinen ist ein Kernaspekt der Glaube an etwas Übernatürliches. Glaube ist das Akzeptieren von Aussagen, die nicht bewiesen oder beweisbar sind. Es ist aber kein unbewiesener Glaube, sondern eine Tatsache, dass der menschliche Konsum von Tierprodukten enormes Leid und Umweltschäden verursacht – und es wäre schon eher religiös so etwas zu leugnen. Man könnte beispielsweise auch begeisterte Fußballfans als religiös bezeichnen, denn da existieren eine Reihe Parallelen zu Religion, vielleicht sogar mehr als beim Veganismus. Man könnte praktisch jede Menschengruppe, die irgendetwas aus einem inneren Antrieb heraus tut und die gewisse Überzeugungen teilt, als religiös bezeichnen. Das macht es aber nicht wahr und solche Torschlagargumente zeugen nicht von einer rationalen und fairen Auseinandersetzung mit dem Thema.

Religiöse Menschen tendieren dazu, der Religion anzuhängen, mit der sie aufgezogen wurden. So ist es doch ziemlich interessant, dass Nichtveganer Veganer gern der Religiosität bezichtigen, dabei jedoch selbst die Überzeugung pflegen, die ihnen von klein auf vorgegeben wurde. Die meisten Veganer haben sich hingegen gerade GEGEN das entschieden, was ihnen die Mehrheit und die Erziehung vorpredigte.

Religion ist also durchaus auch ein Gruppenphänomen. Bei Veganern ist es bisher aber leider oft so, dass sie
wenige oder keine Menschen mit ähnlichen Ansichten in ihrem Umfeld haben. Sie müssen sich Gleichgesinnte erst suchen weil sie eben gerade NICHT die Überzeugung der Masse teilen. Nicht selten sind sie gerade gegen den Druck der Gesellschaft zu ihren Überzeugungen gelangt, welche oft gegensätzlich zu dem sind, was die anderen „glauben”.

Ja, viele Veganer vertreten den Veganismus mit Überzeugung und Nachdruck, aber viele Menschen treten im gleichen Maße vehement und „missionarisch” gegen Rassismus und Diskriminierung ein. Und natürlich wäre es ziemlich absurd, jemanden der sich etwa gegen Rassismus ausspricht dafür zu kritisieren, dass das ja schon Sektencharakter hätte.

Jemand der sich aktiv und energisch gegen Missstände einsetzt ist dadurch noch lange nicht religiös. Wir haben Gesetze, die beispielsweise Mord oder Sklaverei verbieten. Nach dieser Argumentation müssten wir alle extrem religiös sein, da wir so etwas sogar in Gesetze packen. Aber es ist keine Religion, die uns Gesetze gegen Gewalt oder Ungerechtigkeit erlassen lässt. Es ist die ethische Überzeugung, dass diese Dinge falsch sind, weil sie Leid verursachen. Genau wie beim Veganismus…

Der Artgenosse

Der Artgenosse

Der Artgenosse ist ein naiver militanter Sojafresser-Gutmensch-Öko-Salatnazi der seine überhebliche Besserwisserei auf Video aufzeichnet und damit aus purer Geltungssucht Menschen im Internet belästigt.



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