Herrenchiemsee – Park und Schloss

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Herrenchiemsee – Park und Schloss

Auch im Winter gibt es für das Gärtnerteam der Schloss- und Gartenverwaltung Herrenchiemsee viel zu tun. Unter anderem müssen 78 Platanen in Dachform geschnitten werden. Für Gärtner Rainer Späth und seine Kollegen geht es dafür in die Baumkronen.

Der Platanensaal
Der „Platanensaal“ von Herrenchiemsee liegt vor dem alten Schloss. Die ältesten Platanen, die hier stehen, sind bereits 150 Jahre alt. Sie sind in dachförmig gezogen und müssen daher jedes Jahr im Winter geschnitten werden. Der regelmäßige Schnitt soll helfen, dass sie nicht irgendwann auseinanderbrechen. Die Gärtner schneiden dabei die jährlichen Austriebe zurück. So entsteht die skurrile Kronenform und im Sommer sorgen die Bäume für einen lockeren Schatten. Platanen sind ausgesprochen robust, der jährliche Schnitt macht ihnen nichts aus. Trotzdem müssen die Gärtner bis Ende Februar mit diesen Pflegemaßnahmen fertig sein. Denn durch den Schnitt entstehen Höhlungen in den Bäumen, in denen Vögel brüten. Und die sollen nicht gestört werden.

Schlosspark und Zitrusgewächse
Insgesamt umfasst die Insel 230 Hektar, wovon etwa 80 Hektar gärtnerisch gestaltet sind. König Ludwig II. wollte hier auf der Herreninsel eines seiner wichtigsten Projekte realisieren lassen: eine Schloss- und Gartenanlage nach dem Vorbild von Versailles, der Residenz von Sonnenkönig Ludwig XIV. von Frankreich. Der Garten ist geprägt von langen Sichtachsen, an denen in den Sommermonaten Kübelpflanzen stehen. Die sind frostempfindlich und verbringen den Winter in Gewächshäusern. Dort stehen sie dicht an dicht. Gärtner Jakob Nein und seine Kolleginnen und Kollegen müssen die Pflanzen regelmäßig ausputzen, damit sich keine Schädlinge oder Pilze ausbreiten. Das ist inzwischen besonders wichtig, da einige der Zitronen bereits angeschlagen sind. Durch einen Sturm im letzten Jahr wurden sie im Kübel umgeworfen und dadurch ihre Rinde beschädigt. Daher mussten die Gärtner eine unauffällige Möglichkeit finden, die Zitrushochstämme im Kübel zu fixieren. Erste Varianten mit klassischen Anbindemethoden kamen nicht infrage, sie waren viel zu auffällig. Und es gab noch eine Hürde: die Pflanzen dürfen beim Fixieren nicht beschädigt werden. Bedeutet, der Baumpfahl sollte nicht den Wurzelballen durchstechen. Die Lösung: ein matt gestrichener Pfahl aus Stahl, der nah am Stamm angebracht und mit einem rechten Winkel am Kübel fixiert wird. So stabilisiert überstehen die Zitruspflanzen hoffentlich auch stärkere Stürme. Getestet wird das ab Mai. Dann sollen die Kübel wieder zurück ins Freie.

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