Herbst 2010 | Bürger auf den Barrikaden (ZDF Aspekte)

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Deutscher Herbst 2010. Ausgerechnet von Stuttgart, der Stadt der Kehrwoche, breitet sich eine neuartige Protestbewegung über ganz Deutschland aus. Die bürgerliche Mitte legt sich mit der Staatsgewalt an.

“Was hier passiert ist das Beste, was einer Demokratie passieren kann – die Bürger fordern ihr Recht heraus”, meint Volker Lösch, Regisseur und Leitungsmitglied am Schauspiel Stuttgart. “Die Zeiten der Obrigkeit sind vorbei und die Politiker müssen lernen: Sie sind die Diener des Volkes und nicht die Herrn”, so der Schauspieler Walter Sittler.

Längst geht es um mehr als nur um einen Bahnhof. Es scheint fast, als gelte es eine Diktatur zu stürzen. Ghandi muss Schützenhilfe leisten, große Worte vom Unrechtsstaat machen die Runde. Gleich die ganze Demokratie steht hier auf dem Spiel. Wir sind das Volk, schreit die Menge – wie kann ein einzelnes Großprojekt einen so grundsätzlichen und breiten Protest hervorrufen?

Der Soziologe und Politikwissenschaftler Hartmut Rosa erklärt sich das so: “Bürger machen die Erfahrungen, dass sie relativ ohnmächtig den Veränderungen ausgesetzt sind, die wir als Globalisierung beschreiben, dass sie mit massiven Beschleunigungs- Modernisierungs- und Flexibilisierungszumutungen konfrontiert werden. Und dann entlädt sich die Ohnmachtserfahrung oft auch in Protesten gegen symbolische Großprojekte wie Stuttgart 21.”

Aber warum gerade jetzt? Die Politik hat doch in den letzten Jahren viele Anlässe geboten, die Leute auf die Straße hätte treiben können. Überall wird beschnitten und gespart – und dann können mit Milliardenbürgschaften Banken gerettet werden. Die Demonstranten in Stuttgart fordern, dass ihre Stimme direkt gehört wird. Auch wenn sie die Politiker doch einst selbst beauftragt haben, trauen sie ihnen nicht mehr bis zur nächsten Wahl.

“Bürger sind im Gegensatz zu dem, was ihnen unterstellt wird, weniger politikverdrossen denn je. Sie sind nur Politiker-verdrossen. Sie glauben nicht daran, dass die Politiker noch Kontakt haben zu ihrer Lebenswirklichkeit. Deshalb nehmen sie die Sache zunehmend selbst in die Hand.” , sagt Medientheoretiker Norbert Bolz.

“Die Zeiten der Obrigkeit sind vorbei und die Politiker müssen lernen sie Diener des Volkes und nich Herren.” , sagt Schauspieler Walter Sittler.

Quelle und mehr hier:
http://Aspekte.ZDF.de/ZDFde/inhalt/0/0,1872,8120544,00.html

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