Grassaft aus Dinkel pressen

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Konrad Kauzner aus Schwandorf setzt auf die Kraft der Gräser. In seinem Gewächshaus gedeihen Weizen, Dinkel und Gerste, aus denen der Gärtner Grassaft presst. Denn im jungen Grün der sogenannten Süßgräser stecken viele wertvolle und gesunde Inhaltsstoffe. Aber nur für kurze Zeit.

Kraft des Korns
„Man spricht immer von der Kraft des keimenden Korns und diese Kraft ist eben bis zum 10. Tag in den Halmen enthalten. In dieser Zeit ist die Dichte an Vitalstoffen, Enzymen, Vitaminen und Mikroelementen am größten. Das ist der konzentrierte Sonnenschein“. Konrad Kauzner
Heute wird die junge Gerste geerntet. Und der Gärtner freut sich bereits jetzt, dass er dann sein übliches Gläschen frischgepressten Grassaft probieren kann. Am besten schmeckt ihm Gerste mit ihrem charakteristischen Geschmack. „Wichtig ist es auch, dass Grassäfte gepresst werden, weil wir die Zellulose, die in den Halmen steckt, nicht verstoffwechseln können.“ sagt Konrad Kauzner. Aber bis es soweit ist, muss der Gärtner zuerst für regelmäßigen Nachschub sorgen. Jeden zweiten Tag sät er neu. Für die Aussaat mischt er eine spezielle Bio-Aussaat-Erde, die an die Bedürfnisse der keimenden Getreidegräser angepasst ist. Dann füllt er sie in eine Aussaatkiste und drückt leicht an. Die Gerstensaat wurde zuvor für 6 bis 8 Stunden eingeweicht, damit sich das Korn vollsaugt und der Keimvorgang im Korn aktiviert wird. Die wird jetzt verteilt, anschließend mit einem Sieb noch etwas Erde drauf, nochmal leicht andrücken für den Bodenschluss und dann angießen. Bei konstanten Temperaturen um die 23 Grad und regelmäßigem Lüften keimen bereits nach 2 Tagen Pflanzen. Nach 8 bis 10 Tagen kann man die inzwischen bis zu 10-12 cm hohen Halme ernten. Sie werden mit einer normalen Schere per Hand geschnitten und sofort verarbeitet.

Aus dem Gras ins Glas
Der Grassaft ist verdaulicher als die ganze Pflanze, deren Halm einen hohen Zellulosegehalt aufweist. Dabei hat der menschliche Körper keine Enzyme für die Spaltung von Zellulose. Deswegen wird der Grassaft in einem schonenden Pressverfahren aus den Halmen mechanisch gewonnen. Das Gerät wird dabei mit einer extra niedrigen Drehzahl betrieben, um die wertvollen Vitalstoffe zu erhalten. Die festen Halmbestandteile werden abgetrennt, zurück bleibt der frische Grassaft.
Jetzt noch die Gläschen verschließen und dann in einer Tiefkühltruhe bei -21 bis -29 Grad C schockfrosten. Nach dem Auftauen ist der Saft 3 bis 4 Tage haltbar und liefert wertvolle Aminosäuren, Vitamine und Spurenelemente wie Zink, Eisen, Magnesium und Kalzium. Konrad Kauzners persönliche Empfehlung: 2 Mal pro Woche 28 ml Saft, also ein Gläschen. Wer Süßes bevorzugt, sollte Weizensaft trinken. Der hat einen leicht süßlichen Geschmack, rät der Gärtner.

Gesunde Idee
Der Saft von Süßgräsern ist im Unterschied zu ihrem Korn glutenfrei und daher für Menschen mit Gluten-Unverträglichkeit geeignet. Personen mit Erkrankungen sollen aber vor dem Verzehr von Grassaft auf jeden Fall einen Arzt konsultieren.
Auf die Idee, Saft aus Gräsern herzustellen, ist Konrad Kauzner durch einen Zufall gekommen und ist mit seiner Wahl sehr zufrieden:
„Die Idee ist entstanden, weil ich Gärtner bin und wir Krankheit in der Familie hatten und ich recherchiert habe und gesehen, dass der Anbau von jungem Gras oder den jungen Sprossen für uns Menschen sehr, sehr wertvoll ist. Ich habe mein Glück als Gärtner gefunden und jeden Tag freue ich mich, in die Gärtnerei reinzukommen und habe so ein bisschen ein weinendes Auge, wenn ich wieder rausgehen muss.“

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