Gnade – ein Wort mit aktueller Notwendigkeit

Unsere Big Sugar Mama und Sprachorgan Stephan Bartunek macht sich so seine Gedanken, seit letztem Jahr besonders über den etwas abstrakten Begriff “Frieden”.
Eine weise Frau und Professorin von ihm hat einmal gesagt:
“Je abstrakter eine Figur ist, desto konkreter musst Du sie denken.”
Diese Weisheit lässt sich nicht nur auf die Arbeit als Schauspieler prächtig anwenden, sondern hat einen generellen Wert.
Gnade ist als Wort schon präsziser als Frieden und Gnade ist mitunter ein konkreter Weg zum Frieden.

In seiner Rede vom 4. August 2014, vor dem Wiener Parlament gehalten, äussert sich Bartunek über Gnade in Bezug zu aktuellen Konflikten und auch in seiner gesamtgesellschaftlichen Bedeutung und Wichtigkeit.

“Die Mehrheit der Menschheit ist fähig das Große und Ganze zu sehen, weil sie einfach nichts weiteres will als zufrieden ein Leben in Würde und Freiheit zu führen!
Nur ein kleiner, ein ganz kleiner Teil der Menschen möchte nur für sich das Große und Ganze leben und uns als kleine Individuen, als Stimmvieh entmenschlichen!
Nur, ich mach da nicht mehr mit.
Ich lass mich nicht mehr aufwiegeln gegen Moslems oder Juden, ich lass mich nicht mehr aufwiegeln gegen Ukrainer oder Russen, gegen Chinesen oder Afrikaner, ich lass mich nicht mehr aufwiegeln.
Ich steh für mich selbst.
Ich pfeife darauf, ob die Palästinenser oder die Israelis Schuld haben.
Begriffe wie Schuld und Sühne sind in diesem Konflikt nicht mehr anwendbar, selbst in der Ukraine sind wir darüber hinweg.
Der einzige Begriff, der jetzt, in dieser Situation noch von Belang ist, der einzige Begriff der jetzt noch eine Bedeutung haben kann ist: “Gnade”.

Gnade den Palästinenser gegenüber, Gnade den Israelis gegenüber.
Gnade den Menschen in der Ostukraine gegenüber, Gnade den Menschen in der Westukraine gegenüber.
Gnade den Russen, Gnade den Amerikanern.
Gnade den Menschen, Gnade uns selbst.

Es geht jetzt nur noch darum, inne zu halten. Aufzuhören.
Aufzuhören mit dem Krieg der in uns allen tobt.
Aufzuhören mit dem Krieg gegen das Leben!”

Gruppe42.com

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Gruppe42 folgt der Poetik von Aristoteles. Über die Komödie wollen wir bestehende Verhältnisse in den Grundfesten erschüttern, über die Tragödie wollen wir die Herrschaft des Volkes festigen. Ein Versuch und ein Anfang - ein Urknall ganz ohne Gott.



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