Gesundes aus dem Garten: Beerentee

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Überall wird mit Superfood geworben, oftmals sind es exotische Früchte, hergeflogen aus allen Teilen der Welt. Das muss nicht sein, findet eine Gärtnerin aus Harthausen. Und sammelt ihr eigenes Superfood…

Seit Jahrzehnten beschäftigt sich Evi Gampl mit heimischen Kräutern und Wildfrüchten, hat viele alte Nutzpflanzen auf ihrem Gärtnereigelände angesiedelt. Darunter drei Wildobstarten, in deren Früchten viel Gutes steckt: Sanddorn, Berberitze und Hagebutte.

Sanddorn – Zitrone des Nordens?
Als erstes sammelt die Gärtnerin Sanddorn. Der botanische Name dieser Superbeere: Hippophae rhamnoides. Die Früchte enthalten Mineralstoffe, Carotinoide und etwa zehnmal mehr Vitamin C als Zitronen. Sanddornfrüchte erreichen einen Vitamin C-Gehalt von 200 – 900 mg pro 100 Gramm, die Zitrone liegt bei ca. 50 mg Vitamin C pro 100 Gramm Fruchtgewicht. Die Pflanze wächst in fast allen Böden, braucht keine Pflege und trägt zuverlässig jedes Jahr. Aber nur wenn mindestens zwei Sträucher gepflanzt werden, je ein männliches und ein weibliches Exemplar.
Wer an die wertvollen Beeren gelangen will, muss sich vor den spitzen Dornen in Acht nehmen. Gewiefte Gärtner wie Evi Gampl schneiden deshalb ganze, fruchttragende Äste vom Strauch. Schaden nimmt die Pflanze dabei nicht, im Gegenteil. Durch den Rückschnitt treiben die Sträucher jedes Jahr kräftig aus, bleiben gesund und vital. Um die Früchte von den Zweigen zu bekommen, friert Evi Gampl diese ein. Tiefgefroren lassen sich die Beeren von den Zweigen schütteln oder mit einer Gabel lösen, ohne zu platzen.

Sauerdorn – Strauch mit Tücken
Als Gärtnerin mit eigener Baumschule kennt Evi Gampl sich mit Gehölzen aus, traut sich auch an Früchte mit zweifelhaftem Ruf, wie die der Berberitze:
Bei der Berberitze könnte man meinen, dass man es mit zwei Pflanzen zu tun hat. Denn die Beeren sind sehr gesund, der Rest hingegen ist giftig, die Wurzeln sogar sehr giftig, sagt Evi Gampl.
Vollreife Sauerdorn Früchte enthalten viel Vitamin C, wirken zudem antibakteriell und schleimlösend. Da es sehr viele verschiedene Berberitzen-Arten gibt, sollte man bei der Ernte vorsichtig sein. Denn bei einem Teil der Zierformen sind auch die Beeren giftig. Unproblematisch ist die Ernte bei Berberis vulgaris, dem gemeinen Sauerdorn.

Hagebutten – heimische Vitamin C-Bomben
Die letzte Zutat für ihren Beerentee sammelt die Gärtnerin bei ihren Wildrosen. Die Früchte der Hundsrosen, die Hagebutten, gehören zu den gesündesten Früchten überhaupt. Mit 1250 mg Vitamin C pro 100 Gramm ist die Hagebutte das Vitamin C-reichste heimische Gehölz. Das Sammeln der Früchte ist allerdings mühsam und aufwendig. Zudem müssen die kleinen Früchte noch entkernt werden. Anschließend trocknet die Gärtnerin ihre Früchte bei Zimmertemperatur, damit möglichst wenige der wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen.

Wintertee aus Sanddorn, Hagebutte und Berberitze
Sind genügend Früchte beisammen, ist der Wintervorrat für einen gesunden Tee gesichert. Der Sanddorn wird nicht getrocknet, er lagert im Gefrierfach. Gut zwei Esslöffel Früchte nimmt die Gärtnerin für einen Liter ihres Beerentees. Gießt mit heißem Wasser auf und lässt das Ganze 10 bis 15 Minuten ziehen. Der Tee schmeckt fruchtig und frisch, etwas nach Zitrone.

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