Gero von Boehm begegnet Richard David Precht (Interview ZDF 2009)

Als Kind wollte er Zoodirektor werden, er baute Modelle von Zooanlagen aus Holz und interessierte sich besonders für die Greifvögel-Systematik. Heute besitzt Richard David Precht ein 800-Liter-Aquarium mit Elefantenrüsselfischen und Zoologie ist inzwischen sein Hobby.

Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte studierte er nach dem Abitur in Köln und mit 30 Jahren promovierte er mit seiner Dissertation „Die gleitbare Logik der Seele” über Robert Musil. 1997 befasste er sich in dem Buch „Noahs Erbe” mit den ethischen Problemen im Verhältnis von Mensch und Tier und dessen Bedeutung für Philosophie, Religion und Kultur.

Zwei Romane folgten und 2007 erschien das autobiografische Buch „Lenin kam nur bis Lüdenscheid” über seine Kindheit in den 1970er Jahren in einer linksorientierten, DKP-nahen Familie. Ein Jahr später kam die Verfilmung des Stoffes in die Kinos. Richard David Precht wurde 1964 in Solingen geboren. Seine Eltern träumten von einer besseren sozialistischen Welt und glaubten, in der DDR sei diese schon verwirklicht. Im März 2009 erschien sein Buch „Liebe – ein unordentliches Gefühl”. Richard David Precht lebt in Köln und Luxemburg. Er ist verheiratet, hat drei Stiefkinder und einen Sohn.

Er wuchs mit vier Geschwistern auf, für die Pop-Musik, Coca Cola und kapitalistisches Fernsehen tabu waren, die aber Franz Josef Degenhardt oder Hannes Wader hörten und ins Sommerlager der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend in Lüdenscheid fuhren. Als Fußballfan begeisterte er sich für Dynamo Kiew und die Fußballnationalmannschaft der DDR.

Zwei seiner Geschwister kommen aus Vietnam, seine Eltern hatten sie adoptiert als praktischen Beitrag zur Linderung der Not in diesem Land. Auch eine Pflegetochter aus dem Waisenhaus besuchte jedes Wochenende die Familie, in der die Kinder antiautoritär erzogen wurden. In der Friedensbewegung und durch die Gründung der Grünen fand die Familie Ende der 1970er Jahre eine neue ideologische Heimat. Der Zusammenbruch der DDR Ende der 1980er Jahre hinterließ in der Familie tiefe Spuren.

„Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?”, Precht’s philosophische Reise kletterte 2008 an die Spitze der Bestsellerlisten und avancierte zu einem der erfolgreichsten Philosophie-Sachbücher in Deutschland. In 34 Kapiteln stellt er den wichtigsten Theorien berühmter Philosophen Erkenntnise der Psychologie, Soziologie, Evolutionsbiologie und insbesondere der Hirnforschung gegenüber. Precht will damit die breite Masse erreichen und für Philosophie interessieren, auch wenn ihm das den Stempel des Zeitgeistphilosophen einbringt.

Quelle und Text: http://www.intersciencefilm.de/archives/376

Anmerkung der Redaktion: Sehr zu empfehlen: Liebe in Zeiten der Krise von Richard David Precht (Vortrag Harbour Front 2009).

Gero von Boehm begegnet Richard David Precht (Interview ZDF 2009):
Gero Boehm Richard David Precht Interview ZDF 2009

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