Gefährliche Kredite in Österreich Banken erwürgen Unternehmen

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Banken in Österreich haben nach Einschätzung von Experten Unternehmen in den Konkurs getrieben, um selbst von deren Gewinnen zu profitieren. “Die geben hohe Kredite, und mit den gleichen Krediten erwürgen sie dann an sich gesunde Unternehmen”, warnt der Vorsitzende des Rechnungshofausschusses Österreich, Werner Kogler, gegenüber Frontal21. Banken würden in der Region Salzburg gerne Unternehmer spielen. Frontal21 Experte: “Banken erwürgen Unternehmen!”

Diese Erfahrung musste auch der bayerische Unternehmer Peter Maegdefrau machen. Er war bis vor kurzem Eigentümer des Modelleisenbahnherstellers Roco. Maegdefrau wollte expandieren und bekam das nötige Geld dafür vom Raiffeisenverband Salzburg – zu besonders guten Konditionen. Doch bald sollte sich der auf den ersten Blick so günstige Kredit als Todesstoß für das Unternehmen herausstellen.

Denn nur einige Wochen nach Abschluss der Verträge stellte die Bank alle Kredite fällig, sehr zur Überraschung von Maegdefrau. “Ich kann mir das bis heute nicht erklären, wie man zu solchen Schritten kommt, wenn man einige Wochen vorher zusammensitzt, über Partnerschaft spricht, über langfristige Bindungen”, sagt er. Maegdefrau und seine 800 Mitarbeiter saßen in der Kreditfalle. Die Konten wurden gesperrt. Er musste Insolvenz anmelden. “Das ist genauso, wie wenn Sie unter Wasser gedrückt werden, da können Sie sagen: Das ist Unrecht, dass mich jemand unter Wasser drückt”, sagt der Unternehmer. “Solange der drückt und stärker ist als Sie, was wollen Sie tun? – Sie ersaufen.”
Vorsitzender des Rechnungshofausschusses Österreich, Werner Kogler. Quelle: ZDF

Werner Kogler warnt vor Banken-Methoden in der Region Salzburg

Gewinnprognose für Roco: Nach Einschätzung von Kogler hat diese Art der Firmenübernahme in Salzburg System. Das belegen auch Recherchen von Frontal21 im Fall Roco. Die Bank wusste wohl, dass das Unternehmen sich gut entwickelte. Für die schon vor der Insolenz gegründete Auffanggesellschaft hatte der Raiffeisenverband einer internen Prognose zufolge mit 3,8 Millionen Euro Gewinn bei einem Verkauf gerechnet. Auf Anfrage will der Verband diese Papiere nicht kommentieren. Ein Anwalt erklärt, der Raiffeisenverband Salzburg bemühe sich grundsätzlich darum, Insolvenzen zu vermeiden. Die Vorwürfe von Maegdefrau seien haltlos.

Der Kreditberater Oliver Putz, Geschäftsführer der Firma Kreditkontrolle, hilft deutschen Unternehmen bei Investitionen in Österreich. Er warnt vor Geschäften mit dem Raiffeisenverband. “Grundsätzlich ist es uns bis heute nicht gelungen, mit dem Raiffeisenverband eine Lösung auf den Tisch zu bekommen”, sagt er. Bisher habe er von dem Verband keine Verträge erhalten, die er guten Gewissens seinen Kunden präsentieren konnte.

Peter Maegdefrau, ehemaliger Eigentümer des Modelleisenbahnunternehmens Roco. Peter Maegdefrau musste für seine Firma Roco Insolvenz anmelden. “Der Boden für Korruption” So wie an Roco ist der Raiffeisenverband inzwischen an rund 400, darunter auch deutschen, Unternehmen beteiligt. Finanzkontrolleur Werner Kogler wundert das nicht: “Es würde in das Bild passen, dass hier verschiedene Kräfte zusammenwirken, um eine eigene ökonomische Insel in Schwung zu halten.” Das sei immer der Boden für Korruption.

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