Gabby Petito: Verbrecherjagd auf Social Media | ZAPP | NDR

Gabby Petito: Verbrecherjagd auf Social Media | ZAPP | NDR

Die US-amerikanische Bloggerin Gabby Petito ist im vergangenem August verschwunden, später wird sie tot aufgefunden. Zunächst wird ihr Verlobter Brian Laundrie verdächtigt, doch dann verschwindet und stirbt auch er.

Der Fall bewegt Hunderttausende Nutzerinnen und Nutzer von TikTok, Instagram und YouTube. Als Hobby-Detektive suchen sie online nach möglichen Schuldigen. So ist eine True-Crime-Geschichte zum Mitmachen entstanden: Täglich gibt es neue Links, heiße Spuren und vermeintliche Beweise, alles in Echtzeit. Teilweise nimmt das absurde Züge an, wenn etwa ein TikTok-Nutzer behauptet, mit der Verstorbenen im Jenseits zu sprechen. ZAPP-Reporterin Gudrun Kirfel hat die Welt der neuen Hobby-Detektive erkundet: Was treibt sie an? Wie hilfreich sind deren Hinweise?

Die Aufklärung solcher Fälle wird durch die Hobby-Detektive leider nicht erleichtert, wie Expertinnen und Experten berichten: Kriminalpsychologin Lydia Benecke hat ihre Zweifel an dem Hype. Der Berliner Staatsanwalt Martin Glage arbeitet an einem ähnlichen Fall – es geht um die verschwundene Rebecca Reusch – und klagt über die viele zusätzliche Arbeit, die durch die meist unbrauchbaren Hinweise in den sozialen Netzwerken entsteht. Und der Journalistik-Professor Thomas Hestermann meint, es gäbe in solchen Fällen in Deutschland manchmal “80 Millionen Fahnder”, die vermeintlich besser wissen, wie man sie löst.

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