Frontex und EUROSUR: Die Militarisierung der EU-Außengrenzen – Kontext TV



Vollständige Sendung: http://www.kontext-tv.de/node/369
Seit 2006 lautet der Auftrag der Grenzschutzagentur Frontex, „Flüchtlinge abzuwehren". Frontex bildet auch einen zentralen Baustein für das europäische Grenzüberwachungssystem EUROSUR, das 2011 gegründet wurde, um weitere High-Tech-Überwachungstechnologien wie Landroboter einzuführen. Laut einer Studie der Heinrich-Böll-Stiftung belaufen sich die Gesamtkosten von EUROSUR auf etwa eine Milliarde Euro. Profiteure sind vor allem Rüstungsunternehmen. Alessane Dicko von der Vereinigung malischer Vertriebener wirft der EU Doppelzüngigkeit vor: Sie fördere scheinbar Freiheitsbestrebungen in Nordafrika, verhindere aber zugleich die Bewegungsfreiheit der Menschen. Die EU dränge überdies die Länder Nordafrikas zu verschärften Kontrollen in der Sahara, um Migranten aus südlicheren Ländern abzufangen, bevor sie überhaupt europäische Grenzen erreichen können.
Mit
Alessane Dicko, Vereinigung der Vertriebenen aus Mali (AME)
Yayi Bayam Diouf, Frauenkollektiv COFLEC, Senegal
Sinda Garziz, Bewegung „Article 13", Tunesien
Charles Heller, Watch the Med, GB/Tunesien
Abdul Kadir, Flüchtling aus dem Tschad im Lager Choucha, Tunesien
Judith Kopp, Pro Asyl, Frankfurt/M.
Firoze Manji, Chefredakteur von Pambazuka Press, Nairobi; ehem. Direktor von Amnesty International Afrika
Tobias Pflüger, Informationsstelle Militarisierung, Tübingen