Fleischfressende Pflanzen im Botanischen Garten Regensburg

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Fleischfressende Pflanzen im Botanischen Garten Regensburg

Vier Gewächshäuser mit unterschiedlichen Klimazonen gibt es im Botanischen Garten in Regensburg. In drei davon wachsen unter anderem Fleischfressende Pflanzen, sogenannte Karnivoren.

Tropische Bedingungen
90% Luftfeuchte und 22 Grad. Diese Bedingungen brauchen die Schützlinge von Gärtner Sebastian Woods im tropischen Gewächshaus des Botanischen Gartens in Regensburg. Viele der Pflanzen stammen unter anderem aus den tropischen Regionen Asiens.
So auch viele Kannenpflanzen, botanisch Nepenthes. Sie gehören zu den Karnivoren, also zu den Fleischfressern. In den Kannen befindet sich eine Verdauungsflüssigkeit, die hineingefallene Tiere zersetzt.

Kannenpflanzen pflegen
Zu den größten Exemplaren in Regensburg gehört die Art Nepenthes truncata. Ihre Kannen können über 30 cm lang werden:
„Die Kanne ist allein durch ihre schiere Größe beeindruckend. Und die wird nicht nur Insekten wegfangen, sondern da kann es auch hier und da mal passieren, dass was Größeres reinfällt. Ein kleiner Nager oder eine Eidechse.“ Sebastian Woods

Die kommen im Gewächshaus zwar nicht vor, doch auch hier landen Tiere in den Kannen. Beispielsweise Ameisen, Falter oder kleine Fliegen. Karnivoren versorgen sich deshalb mit tierischer Nahrung, weil sie in der Regel auf nährstoffarmen Böden wachsen. Alte und herabgefallene Blätter, die Nährstoffe eintragen könnten, entfernt Sebastian Woods deshalb aus den Pflanzkästen. Das „Aufräumen“ hat aber noch einen weiteren Grund. So verhindert der Zierpflanzengärtner, dass sich Mehltau oder andere Pilzkrankheiten ausbreiten können.
Direkt nebenan entdeckt der Zierpflanzengärtner eine Kanne, auf der ein ziemliches Gewusel herrscht. Auf einer Kannenpflanze mit dem botanischen Namen Nepenthes vogelii zeigen sich etliche Ameisen. Werden es zu viele, kann es passieren, dass sie sich gegenseitig in die Kanne schieben. Angelockt werden die Ameisen vermutlich von einer Zuckerlösung an der Kannenoberfläche.

Fleischfressende Kletterer
Insgesamt wachsen in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens in Regensburg 26 Kannenpflanzen-Arten. Allerdings nicht einfach nur in Töpfen, sondern gemeinsam mit Begleitpflanzen ihrer Heimat. Es soll der Eindruck eines kleinen Ausschnitts der Tropen entstehen. Ein Exemplar einer Kannenpflanze setzt Sebastian Woods an einen großen Ast. Denn der natürliche Wuchs der Kannenpflanzen geht immer nach oben. Um der Pflanzen das Klettern zu erleichtern, fixiert der Gärtner die Triebe mit Streifen alter Strumpfhosen.
Die sind flexibel und verletzen die Triebe nicht, wenn diese an Umfang zunehmen.
In den nächsten Monaten wird die Pflanze mit ihren kannenbesetzten Ranken den Ast weiter erobern. Genau wie in ihrer tropischen Heimat.

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