Faust – Prolog im Himmel

Historischer Faust

Goethes Faust spielt in Deutschland zur Zeit des ausgehenden Mittelalters. Denn der historische Doktor Johann (oder: Georg) Faust soll 1480 in Knittlingen (Baden-Württenberg) geboren, und 1540 gestorben sein (oder der Teufel rief in ab?). Heute steht in Knittlingen ein Faustmuseum.

1506 wird der Gelehrte erstmalig erwähnt. So ist überliefert, er habe die Wissenschaften seiner Zeit – Jurisprudenz, Theologie, Medizin – durch Astrologie und Alchemie untergraben, und so bis an den Rand der Scharlatenerie hin betrieben. Er hatte den zweifelhaften Ruf eines “Zauberers” und “Schwarzkünstlers”. Man vermutete in ihm zudem einen Wahrsager, denn er las in Händen und erstellte Horoskope. Weiterhin sagte man ihm nach, er habe mit dem Teufel paktiert, von dem er “einen Geist namens Mephistopheles zu seinem Dienst bekommen” habe.

1587 erscheint das “Volksbuch”, die Historia von D. Johann Fausten. Es handelte sich um eine Sammlung von Geschichten aus dem Leben des Faust, die den Frömmigen und die Gläubigen erbauen sollten.

Um 1592 schuf in England der Dramatiker Christopher Marlowe (1564-1593) eine einflußreiche Fassung: das Stück The tragical History of Doctor Faustus. Marlowe selbst soll erstochen worden sein. Sein Stück wurde 1594 posthum in London uraufgeführt und kam über englische Puppenspieler auch nach Deutschland, wo die Sage um Fausts „Verdammnis und Höllenfahrt” noch blühte.

Dem kleinen Goethe spielte die Großmutter die “Faustussage” immer wieder gerne mit den Handpuppen vor. Offensichtlich ein prägendes Erlebnis – für alle Freud-Anhänger.

Faust Teil 1

Die Volksbücher
Bereits zwanzig Jahre nach Fausts Tod erschienen in
Latein verfasste Anekdoten. Darauf folgte
ein ebenfalls in Latein verfasstes Buch Wittenberge
r Studenten. Es erschienen mehrere
Fassungen die um weitere Begebenheiten erweitert wu
rden. Durch den Buchdruck konnten
diese Volksbücher einem breiten Publikum zugänglich
gemacht werden. Das erste
ernstzunehmende literarische Werk war Johann Spies’

Historia von D. Johann Fausten”(1587).
Spieß wollte ein Werk gegen den aufkommenden Wissen
sdrang seiner Zeit schaffen. Das Buch
war jedoch mehr eine Mischung aus kopierten Anekdot
en und Moralpredigt. Das Werk wurde
oftmals Kopiert und verändert, so enthielt z.B. das
700 Seitige Widmansche Werk
kirchentheologische Ausführungen oder die Fassung P
fitzers ist z.B. als Ursprung der
Gretchentragödie zu sehen. Die vorerst populärste V
erfassung war das 1725 erschienene
Faustbuch des Christlich Meynenden, das christlich-
erzieherische Absichten vermittelte. Alle
diese Texte haben die Darstellung Fausts als unchri
stlichen Magier, der nach 24 Jahren vom
Teufel geholt wird, gemeinsam. Er soll ein warnendes
Beispiel für die Verderblichkeit des
Wissensdrangs darstellen.

http://www.mydarc.de/dk5gt/Referate/Der%20Fauststoff%20in%20der%20Literatur.pdf

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Ich bin nur ein Mensch, der sich bemüht alles frei von Religionen, Ideologien, Weltanschauungslehren, festgeschriebenen Werten und parteilichen Grundeinstellungen zu sehen. Sie verfälschen die Wahrnehmung der Realität. Ich werde keiner Schablone entsprechen, egal welche man für mich bereithält.



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