Einsatz im libyschen Gefangenenlager – MONITOR-Interview mit Christoph Hey (Ärzte ohne Grenzen)

Einsatz im libyschen Gefangenenlager – MONITOR-Interview mit Christoph Hey (Ärzte ohne Grenzen)

Einsatz im libyschen Gefangenenlager – MONITOR-Interview mit Christoph Hey (Ärzte ohne Grenzen)

Christoph Hey von Ärzte ohne Grenzen berichtet im MONITOR-Interview von „schockierenden, entsetzlichen“ Zuständen in einem libyschen Flüchtlingslager. In den vielen Jahren bei Ärzte ohne Grenzen habe er so eine Situation noch nie erlebt. Die Lebensbedingungen seien „katastrophal“, sowohl bei der Gesundheitsversorgung, der Ernährungssituation bis hin zu den hygienischen Zuständen. Menschen würden ohne Rechtsgrundlage über Monate dort festgehalten und oft jegliche Hoffnung auf Freiheit verlieren.

Im Interview kritisiert Hey auch die Bundesregierung und die EU für ihre Zusammenarbeit mit der libyschen Küstenwache, die Flüchtlinge immer wieder vom Mittelmeer zurück ins Bürgerkriegsland, zurück in die Internierungslager bringt. Von der Bundesregierung erwarte er, dass sie sich zumindest für eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Flüchtlinge in den libyschen Gefangenlagern einsetzt. Es müsse verstanden werden, dass Libyen kein sicherer Ort sei und es müssten legale, sichere Fluchtwege geschaffen werden.

Hey leitete in Libyen ein Team von Ärzte ohne Grenzen, das im Internierungslager in Zintan, im Westen Libyens, medizinische Hilfe leistete. Er besuchte in der Zeit auch andere Gefangenenlager im Land. In dem Flüchtlingslager in Zintan waren in den Monaten vor seiner Ankunft 20 Menschen ums Leben gekommen, infolge sich dort ausbreitender Krankheiten. Dutzende Menschen seien auf engem Raum zusammengepfercht, ohne Tageslicht, ohne Hygiene, ohne Medizin.

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