Dresden: Neues „Schrottbus-Mahnmal“ für zerstörtes Aleppo sorgt für massive Proteste

Vor der Dresdner Frauenkirche sind im Rahmen eines Kunstprojekts drei senkrecht stehende Schrott-Busse aufgestellt worden. Der verantwortliche, ursprünglich aus Syrien stammende Künstler, Manaf Halbouni, möchte so an die Situation der Zivilisten und die Zerstörung in Aleppo erinnern. Zu der feierlichen Enthüllungszeremonie auf dem Neumarkt kamen allerdings mehr Gegner des Projekts, als Unterstützer. Die Redner auf der Bühne wurden durch laute Pfiffe und Rufe, wie „Schande“ und „abreißen“ aus dem Publikum übertönt.

Die Geschichte hinter dem neuen „Mahnmal“ ist, dass Zivilisten in Aleppo solche senkrecht stehenden Busse als Deckungsschutz vor Scharfschützen nutzten. Ein wichtiges Detail der Original-Barrikade in Aleppo fehlt allerdings: Die Flagge der Ahrar al-Sham. Denn in Aleppo wehte diese auf den Bussen. Diese islamistische Rebellengruppe gehört der islamistischen Allianz, Dschaisch al-Fatah, an. Sie setzt sich neben der „Ahrar al Sham“ und anderer bewaffneter Gruppierungen auch aus Teilen der terroristischn Al-Nusra Front zusammensetzt. Zudem erklärte der Künstler, dass er sich gut daran erinnern kann, wie die „Frauenkirche als Ruine dastand“. So wolle er „eine kleine Symbolik entstehen lassen, die daran erinnern soll, dass die Frauenkirche nicht immer so intakt war“. Der Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert erfuhr besonders die Feindseligkeit der Demonstranten, die vorwiegend von Pegida und der AfD kamen. Seine Rede wurde von „Hilbert muss weg“ und Buh-Rufen überschattet. Er erklärte, dass das Bus-Mahnmal ebenso „an die Grausamkeiten des deutschen Nationalismus erinnere und gegen das Vergessen sei“. Pegida-Anhänger sehen die Busse als Provokation gegen die Opfer der massiven Luftangriffe auf Dresden 1944 und eine Möglichkeit, Protestmärsche von Pegida zu blockieren. Die islamfeindliche Protestgruppe nutzt den Neumarktplatz bislang als Sammelpunkt bei ihren wöchentlichen Demonstrationen.

Hier geht es zum Video vom Protest der Pegida-Gruppe bei der Veranstaltung in Dresden: https://www.youtube.com/watch?v=fXZcGeXcR3k

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