Domenico Losurdo: Wiederkehr des Verdrängten – 100 Jahre Oktoberrevolution

100 Jahre Oktoberrevolution

Präzise Sicht auf Oktoberrevolution und Klassenkampf
Sabine Kebir spricht mit Domenico Losurdo über sein Buch »Klassenkampf oder die Wiederkehr des Verdrängten«

Dass das 20. Jahrhundert vielen Linken nur als Abfolge von Niederlagen erscheint, sieht der italienische Historiker und Philosoph Domenico Losurdo als Verengen des Blickwinkels. So habe die Oktoberrevolution zwar nicht die Hoffnung erfüllt, den Klassenkampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie rasch zu entscheiden. Sie gab aber den entscheidenden Impuls, weltweit um die Abschaffung der „drei großen Diskriminierungen“ zu kämpfen, die zuvor alle Gesellschaften prägten: nämlich der Diskriminierung gegenüber den Frauen, den Kolonialvölkern sowie gegenüber der armen Bevölkerung, des ausgebeuteten Proletariats (diskriminiert auch durch das Zensuswahlrecht). Damit hat die Oktoberrevolution auch wesentlich zur Demokratisierung der westlichen Länder beigetragen.
Losurdo erläutert, dass der Begriff „Klassenkampf“ bei den marxistischen Klassikern nicht nur den Kampf zwischen Arbeiterklasse und Bourgeoisie umfasste, sondern Kern einer allgemeinen Theorie der großen sozialen Konflikte war, zu denen sie auch die Emanzipationskämpfe der Frauen und der Kolonialvölker zählten. Es ging in diesen Auseinandersetzungen nicht nur um wirtschaftliche Interessen, um die Verteilung des Reichtums, sondern um die Anerkennung der diskriminierten Menschen als gleichberechtigt, gleichbefähigt.
Des Weiteren zeigt Losurdo, dass soziale Konflikte nicht nur in der Form „Klasse gegen Klasse“ ausgetragen werden, sondern dass sich stets Angehörige mehrerer Klassen darin engagieren.
Es geht ihm darum, auch die Entwicklung der marxistischen Theorie selbst zu zeigen, die sich auch im Bemühen um das Erfassen der Realität durch die Theoretiker in deren Denken präzisierte und bereicherte.

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