Die Pille und ich | Über Mädchen, Lifestyle, Sexualität und Verhütung (Dokumentation Arte)

https://www.youtube.com/watch?v=CbcG0JLT09w
Während die Antibabypille bei ihrer Markteinführung vor mehr als 50 Jahren der Schwangerschaftsverhütung und der Familienplanung diente, ist sie heute – zumindest in den westlichen Industrienationen – zu einer Art Lifestyle-Droge geworden. Junge Mädchen nehmen die Pille, um schönere Haut und schönere Haare zu bekommen oder um ihr Gewicht zu reduzieren. Das bedeutet für die Hersteller ein lukratives Geschäft. Doch birgt auch die Pille der neuesten Generation gesundheitliche Risiken, die vielen der jungen Frauen nicht unbedingt klar sind.

Als die Antibabypille vor über 50 Jahren auf den Markt kam, wurde sie zum Symbol der sexuellen Revolution. Heute ist sie eine Lifestyle-Droge. Denn viele Mädchen und junge Frauen nehmen sie in erster Linie, um schöner zu werden. Und die Pharmaindustrie richtet ihr Marketing darauf aus. Sie bietet die neuesten Pillenarten im trendigen Schmuckkästchen an, verspricht den jungen Frauen neben einer sicheren Verhütung schöne Haut und Haare und ganz nebenbei auch eine leichte Gewichtsverringerung. So lässt sich die Pille der dritten Generation gut verkaufen. Kritiker werfen der Pharmaindustrie vor, mit Lifestyle-Aspekten Kunden zu ködern.

Die Dokumentation begleitet 14- bis 18-jährige Mädchen in ihrer Freizeit, bei Aufklärungsprojekten und in ihrem Alltag mit der Pille. Bei manchen von ihnen erfüllt die Pille auch schon ihren verhütenden Zweck, doch für die meisten dient sie in erster Linie dazu, das Aussehen zu verbessern oder die Lebensqualität zu steigern. Manchen der Mädchen ist gar nicht klar, dass die Pille auch Schwangerschaften verhüten kann.

Aber einige der neuesten, sogenannten Lifestyle-Pillen stehen unter dem Verdacht, Risiken für die Gesundheit zu bergen, zum Beispiel das Thromboserisiko zu erhöhen. Außerdem lassen Verpackungen mit Schminkspiegel oder Blümchenaufdruck das Verhütungsmittel gar nicht mehr als Medikament erscheinen. Professor Glaeske von der Universität Bremen glaubt, dass sich unsere Gesellschaft in eine Pillengesellschaft verwandelt. So gibt es Tranquilizer gegen Nervosität oder Vitamin-Pillen bei falscher Ernährung. Für die Pharmaindustrie ist das ein lukratives Geschäft. Doch mit der selbstverständlichen Einnahme von Verhütungsmitteln werden Mädchen schon früh an diese Pillengesellschaft gewöhnt. Und die Mädchen möchten auf das Medikament nicht mehr verzichten.

Der ARTE-Themenabend “Pille, Power und Parolen” dokumentiert das Leben junger Frauen und ihr Verhältnis zur Antibabypille in verschiedenen Kulturkreisen. Die Dokumentation “Die Pille und ich” von Katrin Wegner zeigt junge Mädchen in Deutschland, die von Pharmafirmen immer stärker in den Mittelpunkt von Marketingstrategien gerückt werden. Jörg Daniel Hissen hingegen dokumentiert in seinem Film “Sind wir bald zu viele? – Familienplanung und Bevölkerungsexplosion” die Geschichte der Familienplanung seit den 50er Jahren und die Realität junger Frauen im indischen Bundesstaat Bihar, einer der ärmsten Regionen auf dem Subkontinent.

Die Pille und ich | Über Mädchen, Lifestyle, Sexualität und Verhütung (Dokumentation Arte):
Die Pille und ich | Über Mädchen, Lifestyle, Sexualität und Verhütung (Dokumentation Arte)

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