Die Kompromissformel der Natur



Bei der Betrachtung der freien Natur — Wälder, Wiesen, Gewässer, die Meere — erscheint das Wechselspiel zwischen den Pflanzen und Tieren perfekt geplant und harmonisch-geordnet zu sein, so als läge dem Ganzen ein Generalkonzept zugrunde, als hätte sich ein göttlicher Designer, mit Intelligenz und Weisheit ausgestattet, das alles ausgedacht. Bedeutende Evolutionsforscher, wie z. B. Charles Darwin (1809–1882) und Alfred Russel Wallace (1823–1913), haben den christlichen Schöpfungsglauben widerlegt und durch das Konzept der Artentransformation (Evolution) über natürliche Auslese ersetzt. Dennoch nahmen diese Biologen noch an, die Lebewesen würden sich zu immer perfekteren Systemen weiter entwickeln, d. h. die Evolution könne fehlerlose Organismen hervorbringen.

Diese Sicht von einer durchorganisierten Natur, in der alles problemlos und reibungsfrei funktioniert, ist noch heute populär und entspricht dem Mainstream-Denken vieler gebildeter Menschen, Christen wie Atheisten eingeschlossen. Der an der Universität Kassel und in Stanford-Kalifornien (USA) tätige Evolutionsbiologe und Physiologe Prof. Ulrich Kutschera vertritt hingegen die These, dass es in der belebten Welt viele Planungsfehler und ineffiziente Strukturen gibt: Die Organismen, von den Bakterien bis zu den Menschen, sind nach Kutschera die derzeitigen Endstufen einer nach Zufall und Notwendigkeit verlaufenen richtungslosen Evolution. Dieses Konzept von einer universellen „Kompromissformel der Natur" wird vorgestellt und diskutiert.




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