Die Geschichte der Menschenjagd im Zweiten Weltkrieg

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Als Holocaust bezeichnet man heute im deutschen Sprachraum den Völkermord an mindestens 5,6 bis 6,3 Millionen Menschen, die das nationalsozialistische Regime als Juden definierte. Der Holocaust gilt als historisch einzigartiges Verbrechen, da die deutschen Nationalsozialisten anstrebten, die europäischen Juden vollständig, systematisch und mit industriellen Methoden auszurotten. Sie waren allein deshalb, weil sie Juden waren oder als Juden galten, zur Ermordung vorgesehen und hatten kaum Überlebenschancen, wenn sie in die Hände des nationalsozialistischen Machtapparats fielen.

Selbiges betraf auch die ebenfalls als „minderwertige Fremdrasse definierten Minderheiten der Roma und Sinti. Deren damalige Verfolgung gilt als Teil des Holocaust und wird als Roma-Holocaust oder Porajmos bezeichnet. Weitere Massenmorde der Nationalsozialisten an Millionen Osteuropäern, vor allem Bürgern Polens und der Sowjetunion, an hunderttausenden Behinderten, etwa 20.000 deutschen Kommunisten und Sozialdemokraten, 7000 Homosexuellen und 1200 Zeugen Jehovas werden meist nicht in die Begriffe Schoa/Holocaust eingeschlossen.

22. Juni 1941 – das Unternehmen Barbarossa beginnt. Für Hitler ist der Überfall auf die Sowjetunion Auftakt zum Vernichtungskrieg für Lebensraum im Osten, Ausgeburt seines Wahns vom Großgermanischen Reich vom Atlantik zum Ural. Die einheimische Bevölkerung soll vertrieben, verstreut, rassisch ausgelaugt werden, so das Tod verheißende Vokabular im Generalplan Ost Heinrich Himmlers.

Im Schatten der Wehrmacht folgen so genannte Sonderkommandos, die hinter der Front die vollständige Ausrottung der so genannten jüdisch-bolschewistischen Intelligenz, vor allem von Juden in Partei- und Staatsstellungen. So werden schon in den ersten Wochen des Krieges Zehntausende von Juden erschossen. Zunächst gelten die Mordbefehle zumindest vom Wortlaut her den Männern im wehrfähigen Alter.

Der Film eines Wehrmachtssoldaten, der Augenzeuge einer Massenerschießung in Lettland wird, ist schon oft gezeigt worden. Es handelt sich um ein Massaker in Libau an der Ostsee im Juli 1941. Zum ersten Mal äußern sich dazu Zeitzeugen vor der Kamera, wie die lettische Jüdin Fanny Segal. Noch gilt der Mordbefehl nicht allen Juden. Doch Himmler schickt mehr als 30.000 Männer, aus Ordnungspolizei-Bataillonen und ausgesuchten Formationen der Waffen-SS, zur Befriedung in die besetzten Gebiete.

Bald gilt der Mordbefehl auch den Frauen, was würde mit den Kindern geschehen? Eine wesentliche Zäsur im Holokaust verbindet sich mit der ukrainischen Stadt Bjelaja-Zerkov. In den Wäldern ermordet ein Sonderkommando hunderte jüdischer Männer und Frauen. Nach einer Woche holen Lastwagen auch Kinder zur Erschießung ab. Soldaten informieren Wehrmachtspfarrer, es kommt zum Protest, die Aktion wird kurzzeitig gestoppt. 90 Kinder bleiben in einem Haus am Stadtrand eingesperrt, allein – ohne Wasser und Brot. Ihr Schreien war unüberhörbar. Der Feldmarschall von Reichenau wiederholt seinen schon zuvor erteilten Befehl, die Kinder zu erschießen.

Inzwischen hat Himmler die Weisung gegeben, die Juden unabhängig von Alter und Geschlecht umzubringen. Wir kämpften an der Front und bekamen von den Verbrechen nichts mit, sagen viele ehemalige Soldaten der Wehrmacht. Mancherorts aber wurden Wehrmachtseinheiten zu Massenerschießungen abkommandiert. Zeitzeugen nennen verschiedene Beispiele von Verstrickung in das Morden.

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