Die Geldwerkstatt (mit Prof. Hankel, O. Janich, A. Popp, W. Berger,…) 22. Juni in Berlin

Anmelden zur Konferenz am 22.6. in Berlin: http://compact-magazin/werkstatt-geld/

Wir benutzen es alle. Es hat einen alltäglichen Einfluss auf unsere Politik, unsere Religion und unsere Philosophie: das Geld. Seit Beginn der Finanzkrise erleben wir nicht nur die Etablierung fragwürdiger «Rettungsschirme», sondern auch eine ungeheure — historisch einmalige — Überflutung der Märkte mit Papiergeld.

Seit einigen Jahren begleitet COMPACT — gewohnt ergebnisoffen und ideologiefrei — die wichtige und grundsätzliche Debatte über die Möglichkeit einer Reform des Finanzsystems. Deswegen jetzt auch die erste «Geldwerkstatt». Ziel dabei ist es, mit Experten aus unterschiedlichen Denkschulen, ein Gespräch über das Geldsystem zu starten.

Zunächst stellt sich dabei die Grundsatzfrage nach der Zukunft und nach der Substanz unseres Geldes. Die Veranstaltung soll hierzu einige theoretische, aber auch praktische Fragen klären.

Geld und Alternativen?
Papier, Gold, Silber, Bitcoins — Geld kann aus verschiedenen «Substanzen» bestehen. Schon Johann Wolfgang von Goethe beschäftigte sich mit dieser Frage und bekannte sich in seinem Münzgutachten von 1792 öffentlich zu einem Geld, dass einen «innewohnenden Wert» hat. Der Dichter lehnte damals einfache «Zettel», denen ein staatlicher Stempel aufgedrückt wird, ausdrücklich ab.

Als Alternativen zum Euro werden in der aktuellen Debatte die Wiedereinführung der D-Mark, ein Nord-Euro, die Etablierung eines Goldstandards oder aber die Nutzung anderer werthaltiger Zahlungsmittel diskutiert. Die Referenten der «Geldwerkstatt» werden diese verschiedenen Optionen ausführlich vorstellen.

Geld und Freiheit?
Das zeitgenössische Geldsystem wird heute nicht nur gerne als alternativlos präsentiert, sondern die Akteure des Geldsystems — Staaten, Notenbanken und Banken — werden sogar eines neuen Totalitarismus’ bezichtigt. Kritisch wird insbesondere die «Partnerschaft» zwischen Banken und Politik gesehen. Angesichts der Lage sind viele politisch Interessierte frustriert, nur: was tun?

Einige grundsätzliche Fragen über unsere Situation lassen sich beim Thema Geldpolitik kaum vermeiden.

Sind wir Bürger heute überhaupt noch politisch «frei» genug, etwaige Alternativen zu etablieren? In Sachen Geld verstärkt sich in der Bevölkerung der Eindruck des Verlustes unserer bekannten politischen Souveränität. Wenn internationale Banken, Hedge-Fonds und Spekulanten über mehr Kapital als nationale Volkswirtschaften verfügen, macht dann die Idee einer souveränen Politik von Staaten überhaupt noch Sinn?

Deutschland steht vor der Wahl, aber es herrscht Langeweile. Die Parteien gleichen sich bei der Geldpolitik leider an. Kleinere, alternative Parteien wie die AfD (Alternative für Deutschland) sprechen von Veränderungen. Nur, haben sie auch echte Machtperspektiven und wieviel Zeit bleibt uns vor dem jederzeit möglichen Crash der Systeme?

Hier werden sich alle unsere Experten auf kritische Fragen, auch aus dem Publikum, einstellen müssen. Wir werden versuchen zu prüfen, wie reale Ansätze aussehen könnten, was Utopie und was eben nur eine fixe Idee, ohne Aussicht auf Realisierung, ist.

Parlament und Markt?
Alternative Strategien zielen bisher in erster Linie auf die Parlamente ab, aber es gibt im Alltag bekanntermaßen nichts «Gutes, außer man tut es». Können wir Bürger auch etwas auf dem Marktplatz erreichen? Vielleicht sogar unser eigenes Geld schöpfen? Können wir der herrschenden «Inflationskultur» auf diese Weise ein anderes Modell entgegensetzen? Sind Regionalwährungen oder lokale Experimente wirklich nur zu belächeln? Klar, wir brauchen zunächst eine breite Auseinandersetzung über die Möglichkeiten freier Märkte im Zeitalter der Monopole. Dabei muss es uns auch um Alternativen in unseren Parlamenten gehen, aber ebenso um eine Diskussion über konkrete, praktische Handlungsalternativen.

Bei allem notwendigen Streit zwischen den ökonomischen Schulen, wir sollten auch ein Interesse daran haben, dass die Bewegung der «Eurokritiker» auch Gemeinsamkeiten, statt ideologischer Kontroversen, sucht. Der freie und faire Wettbewerb der Zahlungsmittel, so dass sich das beste Geld durchsetzt, wäre das etwa eine Forderung, mit der alle unsere Referenten leben könnten?

Wir werden also auf unserer «Geldwerkstatt» — hoffentlich auch mit Hilfe unserer Gäste — eine neue Geldpolitik der Bürger ausformulieren, die auf dem heimischen Marktplatz, im Internet, regional oder global, zuverlässige Alternativen bietet. Wir wollen sogar weiter ausloten, wo und wie eine weitere konstruktive Zusammenarbeit der Köpfe der Geldkritik denkbar ist.

Mehr zur Geldkonferenz: http://compact-magazin/werkstatt-geld/

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