Die Akte Gysi (Dokumentation ARD / Phoenix vom 20.01.2011)


Gregor Gysi kennen alle. Denn er spielt viele Rollen: als charismatischer Politiker, als Stimme der Linkspartei und als gern gesehener Talkshow-Gast, egal zu welchem Thema. Seine Markenzeichen: emotionale Empörung, populistische Parolen. Die mediale und politische Omnipräsenz provoziert aber immer wieder eine Frage: Gibt es einen anderen Gysi, einen, der früher mit der DDR-Stasi gekungelt hat? Er bestreitet das energisch, seine Anwälte versorgen allzu wissbegierige Journalisten mit entsprechenden Schriftsätzen und Gerichtsprozessen.

Die NDR/ARD-Dokumentation “Die Akte Gysi” zeigt, wie aus einem willigen Helfer des DDR-Systems ein populärer, gesamtdeutscher Politiker wurde. Und wie er trotz aller Stasi-Vorwürfe immer noch als Stimme der Benachteiligten und Unterdrückten hofiert wird. Der Film von Hans-Jürgen Börner und Silke König zeigt die Biographie eines Mannes im Spannungsfeld von inszenierten Auftritten und bedrückenden Stasi-Akten.

Gregor Gysis Karriere begann, fernab von Fernsehkameras, als Rechtsanwalt in der Deutschen Demokratischen Republik. Gysi wuchs als Funktionärskind eines prominenten Vaters, des Botschafters und Staatssekretärs für Kirchenfragen, Klaus Gysi, auf. Sohn Gregor war der jüngste Rechtsanwalt der Republik. Und hatte viele prominente Mandanten wie Rudolf Bahro und Robert Havemann.

Er hatte beste Kontakte ins ZK der SED und auch zur Staatssicherheit. Original-Akten, die über das Wirken des Rechtsanwalts Gysi Auskunft geben könnten, wurden nach der Wende offenbar größtenteils vernichtet. Aber in den Akten seiner ehemaligen Mandanten finden sich die Kopien von Stasi-Berichten. Die Dokumentation liefert den politischen und biographischen Zusammenhang, befragt ehemalige Mandanten und präsentiert Akten über das Wirken des Gregor Gysi.

Der Film berichtet u. a. über die Tragödie eines Vaters, dessen Sohn von der Stasi ermordet wurde. Vom Schicksal der Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld, ihren quälenden Stunden in Untersuchungshaft. Vom Schriftsteller Lutz Rathenow, dessen Unterhaltung auf einem Empfang belauscht wurden. Und von dem Berliner Künstler Thomas Klingenstein, dessen Gesprächsinhalte einer Autofahrt bei der Stasi landeten. Viele Schicksale, aber immer eine Hauptperson: Gregor Gysi. Viele Opfer, die vor der Kamera reden. Und einer, der lieber schweigt: Gregor Gysi.

“Die Akte Gysi”, Donnerstag 20.01.2011 von 23:30 – 00:15 Uhr (45 Min.):
Quelle: http://programm.ard.de/TV/daserste/die-akte-gysi/eid_281066176539733

Weitere Inforationen:
http://www.wdr5.de/sendungen/morgenecho/s/d/11.02.2013-06.05/b/die-akte-gysi.html
http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/110201_gregor_gysi_zum_film_akte_gysi_25_1.pdf
http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/artikel/auch-dieser-versuch-wird-scheitern/

Die Akte Gysi (Dokumentation ARD / Phoenix vom 20.01.2011):
Die Akte Gysi (Dokumentation ARD / Phoenix vom 20.01.2011)

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  • Kommentare zum Video

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    Sven
    Zuschauer
    Das ist aber eine tolle Verschwörungstheorie! Wer bezahlt noch gerade die öffentlich Rechtlichen? Was ist mit Angela Merkel und ihrer Vergangenheit in bezug auf Stasi und Linientreue? Warum rührt man das nicht an? Auch unsere STASI, ach entschuldigung, bei uns schimpft sich das Verfassungsschutz (dabei haben wir gar keine Verfassun) hat in der Vergangeheit eine Menge Dreck am Stecken gehabt. Und hat es noch. Maßgebliche Leute haben dort ihren Hut nehmen müssen. Viele Akten wurden dort ebenfalls vernichtet. Was ist mit ehemaligen Nazis, die später in der SPD und CDU unterkamen. Schauen wir nach vorne und nicht nach hinten. Die… Mehr anzeigen »
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