Der Widerstand wächst – Talkrunde mit Hörstel, Elsässer, F. Wagner, Frank Höfer und J. Scholz

Mehr als 500 Gäste waren am 15.08.09 der Einladung von NuoViso nach Leipzig, die Stadt der friedlichen Revolution, gefolgt, um aktuelle Informationen zu Themen der geopolitischen Situation auf unserem schönen blauen Planeten zu hören, die in den Mainstream-Medien tabu sind. Es ging aber darum, Filme zu sehen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Viele der Gäste waren von weit angereist, sogar aus der Schweiz, den Niederlanden und aus Polen.

Nach der Vorführung des Filmes „Unter falscher Flagge”, der die Zweifel an der offiziellen Medienversion der Ereignisse des 11. September 2001 thematisiert, also des Kernereignisses, das die Welt in den letzten 8 Jahren in den „War on Terror” gestürzt hat, referierte Oberstleutnant a.D. Jochen Scholz zu den Veränderungen in den internationalen Kräfteverhältnissen. Er beleuchtete die Gründe, warum die Pläne des Projektes «Rebuilding America’s Defenses» der republikanischen Denkfabrik «Project for the New American Century», das fordert, dass die Vereinigten Staaten jeder denkbaren Staatenkoalition deutlich überlegen sein müssen, unter den derzeitigen Finanzmarktbedingungen nicht aufgehen will, welche Gefahren dies in sich birgt und welche Rolle Europa in diesem Veränderungsprozess spielen sollte.

Der Journalist Jürgen Elsässer, Autor des Buches „Terrorziel Europa. Das gefährliche Doppelspiel der Geheimdienste” sprach anschließend zur Rolle der Dienste bei Terroranschlägen in Europa und reflektierte seine Gedanken im Zusammenhang mit dem derzeit laufenden Gerichtsprozess der „Sauerlandbomber”. Jürgen Elsässer nutzte auch die Gelegenheit, zur Teilnahme einer Demonstration gegen den Lissaboner Vertrag am 05.09.09 in Berlin , also kurz vor der für den 08.09.09 geplanten erneuten Bundestagsabstimmung zum Begleitgesetz, aufzurufen. Anliegen der Demo ist, es in das öffentliche Bewußtsein zu bringen, welche Demokratiedefizite der Vertrag nach sich ziehen wird. Im Unterschied zu den nationalstaatlichen Demokratien hat das Volk auf EU-Ebene keine Mitbestimmungsrechte mehr. Der Bürger darf zwar das EU-Parlament wählen, aber die Politik wird im Wesentlichen im Ministerrat und in der EU-Kommission entschieden, ohne jede Kontrolle, unter Aufgabe des Prinzips der Gewaltenteilung.

Christoph Hörstel, ehemaliger ARD-Korrespondent und Berater der ISAF-Truppen, referierte zur Situation in Afghanistan, die untrennbar von Pakistan zu betrachten ist, und unterzog die Argumentation der Bundesregierung zur Präsenz der Bundeswehr in Afghanistan einer kritischen Betrachtung. Er rief nachdrücklich auf, mit anderen Völkern in Freundschaft zusammenzuleben und Konflikte nicht durch Kriege zu lösen. Anschließend berichtete er, wie er im Juli als einziger Deutscher den Hilfskonvoi von Friedensaktivisten aus den USA „Viva Palästina” nach Gaza begleitete und von seiner jüngsten Reise nach Moskau. Christoph Hörstel stellte die unlängst aus der Taufe gehobene Bewegung „Neue Mitte” vor, die sich demnächst auch im web präsentieren wird.

Betretene Stille herrschte nach dem Vortrag von Filmemacher und Grimmepreisträger, Frieder Wagner. Ausschnitte aus seiner Dokumentation „Todesstaub” waren bereits im Film „Kriegsversprechen” zu sehen: erschütternde Bilder von mißgebildeten Babies als offensichtliche Folge des Einsatzes von Uranmunition. Sein Film, den kein Fernsehsender zeigt und für den sich kein Verleih findet, dokumentiert die Gefährlichkeit der Nutzung von abgereichertem Uran, Abfallprodukt der Atomkraftindustrie, in Waffen. Seit spätestens 2002 ist das Thema des Uranwaffeneinsatzes gänzlich aus den Medien verbannt und wer es trotzdem thematisiert, wird im geringsten Falle ignoriert und erhält keine Aufträge mehr, oder wird bei den Medienanstalten zur unerwünschten Person erklärt. Zwischenzeitlich zeigen sich auch die Folgen des Uranmunitionseinsatzes nicht nur, wie im Film Todesstaub zu sehen, im Irak und im Kosovo, sondern auch in Afghanistan und sie werden nicht lokalisiert bleiben.

Im Anschluss an die Vorträge fanden sich die Referenten in einer Talk-Runde zusammen und beratschlagten, was in der Situation, in der sich die Welt befindet, zu tun sei. Das Fazit verschiedener Vorschläge war, dass neben lokalen Aktionen zur Aufklärung eine Vernetzung notwendig ist und dass die Aktionen nicht im Kreise der die offiziellen Medienversionen von Ereignissen hinterfragenden Menschen steckenbleiben darf, sondern dass sie in die Öffentlichkeit, das heißt auf die Strasse getragen werden muss.

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