Der Weg ins Leben | The Road to Life (Film Russisch 1955)

Die thematische Abwendung von den Massen durch Konzentration auf den Einzelnen im sowjetischen Tonfilm zeigt sich beispielhaft in Nikolai Ekks “Der Weg ins Leben”, der sich durch eine verhältnismäßig tiefgreifende psychologische Gestaltung auszeichnet.

Mit seiner Darstellung verwahrloster Jugendlicher, der Besprisorni, die in nach kommunistischen Idealen erzogen und auf diese Weise resozialisiert werden sollen, erhält der Film eine durchaus gesellschaftskritische Dimension.

Auf formaler Ebene zeigt sich Der Weg ins Leben, einer der ersten Tonfilme aus sowjetischer Produktion, interessiert an neuen Möglichkeiten der Kombination konventioneller sowjetischer Montagetechniken mit den durch den Ton hinzugewonnen Gestaltungsmitteln.

Tierfergehenes im Buch: “Den neuen Menschen schaffen” – Die Umerziehung von schwererziehbaren und strafffälligen Jugendlichen in der DDR (1945-1990) von Verena Zimmermann.

Vorschau – 2004 – 435 Seiten: http://books.google.de/books?id=aPZlDwTuYIMC

Makarenko entwickelte eine Form der Kollektiverziehung mit dem Ziel der Erziehung einer allseitig entwickelten Persönlichkeit zunächst auf der Grundlage der Theorien von Jean-Jacques Rousseau, Johann Heinrich Pestalozzi und anderer humanistischer Denker. Er beabsichtigte eine Erziehung ohne die Gewalt der Prügelstrafe und ohne hierarchische Autorität seitens der Lehrer. Die Erziehung basierte auf einer Einheit von verinnerlichter Disziplin, Selbstverwaltung und nützlicher Arbeit. Die Autorität des Erziehers beruhte auf seiner Achtung vor dem Kind, seiner absoluten Aufrichtigkeit gegenüber den Zöglingen und auf festem Vertrauen in den Menschen. Makarenko war weniger Theoretiker denn Pragmatiker und Realist. Sein Handeln richtete sich vor allem nach der situativen Gegebenheit, der von ihm erfassten Intention seines Gegenüber und dem gesunden Menschenverstand.

Ein wesentlicher Aspekt der Arbeit Makarenkos bestand in der Resozialisierung der verwahrlosten Jugendlichen. In den dreißiger Jahren wurde seine Erziehung stark vom Stalinismus geprägt. Dem Komsomol kam mit der Zeit eine zentrale Rolle zu. Die Disziplin wurde zusätzlich durch ein hierarchisches System gesichert, in dem der Neuling zunächst keine persönlichen Freiheiten hatte, aber durch ein persönlich für ihn verantwortliches Vollmitglied der Kommune betreut wurde. Jedes Vollmitglied konnte bei Fehlverhalten durch Kollektivbeschluss jederzeit wieder auf den rechtlosen Status des Neuankömmlings zurückgestuft werden. Das eigentliche Sagen in der Kolonie hatte die Komsomol-Gruppe, deren Mitgliedschaft man sich durch Wohlverhalten und besondere Leistungen verdienen musste.

Makarenko hielt sich bei den kollektiv gefällten Urteilen zurück und griff nur mäßigend und immer zu Gunsten des Delinquenten ein, wenn es ihm notwendig erschien. Die Jugendlichen bekamen regelmäßigen Unterricht, arbeiteten in den Werkstätten und auf dem Feld und bewirtschafteten so selbstständig die Kolonie. Die Erzieher lebten alle in der Kolonie, jedoch in von den Schlafräumen für die Jugendlichen getrennten Zimmern. Sie aßen mit den Jugendlichen dieselbe Kost im gemeinsamen Speisesaal, arbeiteten am Bau der Häuser und in der Wirtschaft mit und gestalteten mit den Jugendlichen gemeinsam die Abende durch Spiele, Lesungen, Theateraufführungen und Gespräche.

Makarenkos Pädagogik wurde in der Sowjetunion zunächst von einem Teil der marxistisch-leninistisch argumentierenden Pädagogen beargwöhnt und scharf angegriffen, mit der Zeit und in modifizierter Form jedoch zu einer anerkannten Grundlage der pädagogischen Diskussion, so dass sie nach 1945 eine weite Verbreitung und große Anerkennung in den sozialistischen Staaten erreichte. In Westeuropa sind seine pädagogischen Methoden bis heute umstritten.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Semjonowitsch_Makarenko

Der Weg ins Leben | The Road to Life | Pedagogiczeskaja poema von 1955
Directed by Aleksei Masliukow & Mieczyslawa Majewskaja
Starring : Wladimir Jemielianow, Pawel Kadocznikow, Georgi Jumatow, Rolan Bykow, Julian Panicz
Basieren auf dem Buch “Der Weg ins Leben” – ‘Pedagogical Poem’ von Anton Makarenko:
http://www.marxists.org/reference/archive/makarenko/index.html
Leisen, Johannes (Hrsg.). Putyovka v zhizn. 35Millimeter: Texte zur internationalen Filmkunst. http://www.35millimeter.de/filmgeschichte/russland/1930/filme/der-weg-ins-leben.107.htm (28.05.2010).
Weg Leben Road Life Film Russisch 1955

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