Der I.G.-Farben-Konzern und Nazi-Deutschland – Der Rat der Götter (1950)

via mrMarxismo – https://www.youtube.com/watch?v=vI7BAhNceoA Der Rat der Götter (1950) von Kurt Maetzig – Drehbuch von Friedrich Wolf. Weg des I.G.-Farben-Konzerns von 1930 bis 1947.

IG Farben, Zusammenschluß von Agfa, BASF, Bayer, Hoechst war weltgrößter Chemiekonzern. Größter Einzel-Finanzier der NSDAP und schaffte mit ihren Hitler persönlich gemachten Zusicherungen der Lieferung von Treibstoff, Munition etc. überhaupt erst die Möglichkeit für die Nazis, einen internationalen Krieg loszubrechen. Der Vorstand der IG Farben legte seine Interessen z.B. in einem Papier mit dem Titel „Neuordnung“ nieder: Dort plante die IG Farben die (wirtschaftliche) Eroberung der Welt im Gefolge der nationalsozialististischen Heerscharen.

Die IG Farben mit ihren Niederlassungen, Töchtern und Verbindungen in aller Welt, auch in den USA, verdiente auf beiden Seiten der (West-)Front. Sowohl die Nazi-Bomber, als auch die Maschinen der West-Alliierten flogen mit IG Farben-Sprit. Die IG Farben verdiente an todbringenden Waffen, an Medikamenten für sterbende Soldaten, an der „Industrialisierung“ des Völkermords in den KZs, an der massenhaften Versklavung von Häftlingen und „Feindbevölkerung“, an der Einverleibung aller nur irgend geeigneten „eroberten“ Betriebe.

Für geringe Beträge von der SS „gekaufte“ Häftlinge wurden in grausamen „medizinischen und anderen Versuchen im Dienste der Wissenschaft“ bei vollem Bewußtsein zu Tode gequält; der Massenmord an der jüdischen Bevölkerung wurde mit dem Giftgas Zyklon B „perfektioniert“; im IG Farben eigenen KZ Auschwitz III (IG Monowitz) und seinen Nebenlagern wurden cirka 370 tausend Häftlinge bis zum Tod ausgebeutet.

Während des Kriegs war bei den Siegermächten unter Führung der USA der Wille entstanden, den „Blutkonzern“, die Nazi-Führung und einige andere Konzerne und Großbanken vor ein internationales Kriegsverbrecher-Gericht zu stellen. Unmittelbar nach der Niederlage begannen die Vorbereitungen des Prozesses gegen die IG Farben unter Führung der US-amerikanischen Militärbehörden (nicht ein Manager der IG Farben fand sich in der Sowjetzone). Doch überraschend wurde der US-Staatsanwalt selbst Opfer mächtiger IG Farben-Kräfte in den USA und des Wandels in der politischen Strategie der Westmächte hin zum Kalten Krieg. Der Chef-Ankläger wurde seiner Mittel beraubt, die Anklage verwässert und er persönlich als „Kommunist“ diskreditiert.

Alle Angeklagten kamen trotz erdrückender Beweislast mit lächerlichen Strafen bzw. sogar mit Freisprüchen bei bestimmten Anklagepunkten davon, nicht einer der Verurteilten mußte seine Strafe vollständig absitzen. Stattdessen nahmen sie ihre Posten in den alten IG Farben-Firmen und anderswo wieder auf und einige wurden sogar mit Orden der neuen Bundesrepublik ausgezeichnet. Der verurteilte IG Farben-Chef Fritz ter Meer z.B. war bereits 1956 wieder Vorsitzender des Aufsichtsrats bei Bayer.

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