Der Fall X | Wie die DDR West-Berlin erobern sollte (Dokumentation)

Die Führung der DDR hat bis kurz vor der Wiedervereinigung Pläne für eine Eroberung West-Berlins entwickelt und wiederholt in Manövern geübt. Zu diesem Schluss kommen die beiden Historiker und Filmemacher Hans Sparschuh und Rainer Burmeister in ihrer spannenden Dokumentation.

Die Historiker Hans Sparschuh und Rainer Burmeister liefern zahlreiche Beweise wie Karten und Aktennotizen, eine sogar von Erich Mielke. Die DDR hat Pläne entwickelt, West-Berlin zu erobern. Nach spätestens drei Tagen sollte alles vorbei sein. Binnen weniger Stunden sollte die zahlenmässig haushoch überlegene NVA die Truppen der Alliierten überrennen.

Mitarbeiter der Staatssicherheit sollten dann damit beginnen, hochrangige West-Berliner Polizeibeamte, Politiker, Journalisten und Beamte zu verhaften und in Lagern festsetzen. Der Verhaftungslisten waren bereits getippt. Die DDR-Führung plante, nach drei Tagen die Eroberung abzuschliessen, um dem Westen möglichst wenig Zeit zur Reaktion zu geben.

Die im Osten verhasste D-Mark sollte anschliessend abgeschafft und durch eine Kriegswährung ersetzt werden. Ein weitverbreitetes Relikt aus der DDR-Ära: Plattenbauten. Die aus Betonfertigteilen hergestellten Häuser sollten die Wohnungsknappheit nach dem Krieg bekämpfen. Zur Zeit ihrer Entstehung waren sie begehrt, da die Wohnungen im Gegensatz zu Altbauwohnungen mit fliessendem warmen und kaltem Wasser und Zentralheizung ausgestattet waren.

Der Palast der Republik beherbergte die Volkskammer der DDR und wurde als Kulturhaus genutzt. Hier traten nationale und internationale Künstler wie Udo Lindenberg, Harry Belafonte, Mireille Mathieu oder Katja Ebstein auf. Das asbestverseuchte Gebäude wurde von Februar 2006 bis Dezember 2008 schrittweise abgerissen. Der Berliner Fernsehturm ist mit 368 Metern das höchste Bauwerk Deutschlands.

Mit dem Bau wurde 1965 begonnen. Wenn die Sonne die Kugel der Blechprismen aus rostfreiem Stahl anstrahlt, erscheint eine Reflexion in Form eines Kreuzes. In Anspielung auf die atheistische Grundeinstellung der sozialistischen Regierung bezeichneten Berliner dieses leuchtende Kreuz als “Rache des Papstes”.

In ihrer Dokumentation liefern die Historiker umfassende Belege für ihre Thesen. An knapp 60 Stellen in der Stadt wollten Soldaten die Mauer durchbrechen. Aus Kartenmaterial und Aktennotizen geht hervor, dass zuerst alle Brücken der Stadt besetzt werden sollten. Damit wollte die DDR-Spitze verhindern, dass sich die alliierten Besatzer zu einem Verband vereinigen konnten. Dann sollten die Flughäfen der Stadt erobert und besetzt werden, um West-Berlin dauerhaft zu isolieren.

Die Pläne wurden nach Recherchen der Historiker ab dem Jahr 1969 konkret. Auch eine Notiz von Erich Mielke soll dies beweisen. In zahlreichen Manövern sei der Überfall immer wieder geübt worden. Noch im Jahr 1988 gab es den Recherchen zufolge ein grosses Manöver in Magdeburg, bei dem die Eroberung einer Stadt trainiert wurde.

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