Der CCC lädt zum Chaos Communication Congress 30C3 (ARD vom 27.12.2013)

Sie knacken Spielkonsolen, Handykarten oder auch die neue Sicherheitssoftware für das iPhone: die Hacker des Chaos Computer Clubs. Schon seit 30 Jahren treffen sie sich immer nach Weihnachten zu ihrer Jahrestagung – dem Chaos Communication Congress. Ab heute werden in Hamburg wieder Tausende Teilnehmer erwartet, für die ein Computer mehr ist als ein lästiges Arbeitsgerät und ein Smartphone nicht nur ein Spielzeug.

Der 30. Chaos Communiation Congress steht ein halbes Jahr nach Beginn der NSA-Enthüllungen ganz klar im Zeichen im Zeichen von Überwachung – und wie man sich davor schützen kann.
Enthüller Greenwald und Hacker Appelbaum reden

Ein Video-Vortrag des untergetauchten NSA-Whistleblowers Edward Snowden selbst steht zwar nicht auf dem Programm. Aber die große Rede am ersten der vier Kongresstage kommt heute Abend im Hamburger Kongresszentrum CCH von Glenn Greenwald. Der Journalist brachte durch die Veröffentlichung von Snowdens Dokumenten in der britischen Zeitung “Guardian” den Skandal ins Rollen. Auch Jacob Appelbaum wird mehrere Vorträge halten. Der amerikanische Hacker und Internetaktivist pflegt seit Langem Kontakt zum Chaos Computer Club.

Seit Beginn des NSA-Skandals hält er sich in Berlin auf. “Glenn, ich selbst und andere haben ernste Befürchtungen, weil die US-Regierung völlig außerhalb des Gesetzes handelt. Sie macht viele illegale Dinge, buchstäblich inklusive Mordanschläge, indem sie Überwachungsergebnisse für Drohnen-Angriffe nutzt. Da wir wissen, mit welchem Staat wir es zu tun haben, zögern wir, ohne Zusicherungen in unser Land zurückzukehren”, sagt Appelbaum. Er wurde schon häufiger wegen seiner Arbeit von US-Behörden verhört.Mehr Menschen wollen anonym surfen

Appelbaum half dem “Spiegel” aufzudecken, dass selbst das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel von der NSA abgehört wurde. Auf dem Chaos Communication Congress redet er unter anderem über das Projekt Tor, für das er seit Jahren arbeitet. Der Internet-Dienst erlaubt es Nutzern, durch anonyme Weiterleitung über verschiedene Stationen zu verschleiern, welche Seiten sie im Internet besucht haben. Seit dem NSA-Skandal wird Tor immer beliebter: “Wir bemerken einen Zuwachs der Tor-Nutzung – von Leuten, die Tor verstehen und wissen, wie man es benutzt. Aber wir müssen mehr Leute als diese erreichen.”

Aber das Besuchen von Webseiten mit Tor ist umständlich und vor allem sehr langsam. Außerdem sieht der Hamburger IT-Professor Hannes Federrath auch Sicherheitslücken im Verfahren: “Bei Tor bestimmt das System selbst, über welche Route Nachrichten gesendet werden. Aber am Ende muss die Nachricht ja doch zum Empfänger gelangen. Das ist eine große Schwäche, da die Route zufällig gewählt wird – und zufällig auch ein Nachrichtendienst als ein ausgewählter Betreiber in der Kette sein kann.”

Der CCC lädt ab 27.12.2013 zum Chaos Communication Congress 30c3 (Quelle ARD 27.12.2013):
CCC, 2013, Chaos Communication Congress, 30c3

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