Der Bürger als Revolutionär | Theodor W. Adorno (Dokumentation 2003 Teil 1 + 2)

https://youtu.be/RLzAugxcw1w

Der Philosoph, Soziologe und Musiktheoretiker Theodor Wiesengrund Adorno wäre am 11. September 2003 genau 100 Jahre alt geworden. Seine Heimatstadt Frankfurt am Main ehrte ihn an diesem Datum als ihren größten Sohn nach Goethe. Der Südwestrundfunk (SWR) würdigte damals den 100. Geburtstag Adornos im dritten Fernsehprogramm mit einer zweiteiligen Kulturdokumentation.

TV-Beschreibung: Der Bürger als Revolutionär Teil 1: Eigentlich wollte Adorno Musiker werden. Nach eigenen Angaben konnte er singen, bevor er sprechen lernte. Doch in Wien, wo er bei Alban Berg Komposition studierte, fand er keinen richtigen Anschluss an die musikalische Avantgarde. Dafür lernte er Max Horkheimer kennen, den jungen Marxisten und späteren Direktor des Frankfurter Instituts für Sozialforschung. Was als freie Mitarbeit Adornos für das Institut begann, mündete in einen lebenslangen Männerbund. Hork-heimer holte Adorno 1938 in die USA und rettete ihm so das Leben, denn Adornos Vater war Jude.

Die deutschen Sozialforscher fanden sich im amerikanischen Wissenschaftsbetrieb nicht zurecht. Ihm blieb nur der Rückzug ins Private. Während in Europa der Krieg tobte, schrieb Adorno die Werke, die seinen späteren Ruf begründeten: „Minima Moralia“ und, zusammen mit Horkheimer, die „Dialektik der Aufklärung“.

Der Bürger als Revolutionär Teil 2: „Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, scheint mir die allererste an Erziehung“, so Adornos Motto für den Neubeginn im Nachkriegsdeutschland. Mit amerikanischen Geldern wurde das Institut für Sozialforschung nach dem Krieg als private Einrichtung neben der Frankfurter Universität wieder aufgebaut. Es entwickelte sich bald zum Studienort und Kristallisationspunkt für junge, wissbegierige Intellektuelle wie Jürgen Habermas, Joachim Kaiser, Alexander Kluge oder Bazon Brock. Im Kalten Krieg wollten ihre Lehrer Horkheimer und Adorno aber lieber verschweigen, dass sie eigentlich Marxisten waren. Die Kritische Theorie ließ sich auch ohne Marx-Zitate lehren.

Horkheimer verstand es, sich mit dem neuen konservativen Establishment gut zu stellen. Nachdem er sich aus der Institutsleitung zurückgezogen hatte, übernahm Adorno seine Stelle. Kaum eine öffentliche Debatte in den 60er Jahren fand ohne ihn statt, in Rundfunk und Fernsehen war er mit seinen Theoriegebilden und seiner permanenten Kritik an der „verwalteten Welt“, an der Bedrohung durch die „ins Ungeheuerliche zusammengeballte Wirtschaft“ ständig präsent.

Das Leben war per se unfrei – diese Botschaft fiel auch bei den Studenten auf fruchtbaren Boden. Als sie Ende der 60er Jahre zum revolutionären Befreiungsschlag ansetzten, verweigerte Adorno jedoch die Gefolgschaft. Gewalt und Aktionismus lehnte er ab. Als Philosoph fühlte er sich nur für die Theorie zuständig, nicht aber für die praktische Umsetzung eines utopischen Gegenentwurfs: „Ich habe ein theoretisches Denkmodell aufgestellt. Wie konnte ich ahnen, dass Leute es mit Molotow-Cocktails verwirklichen wollen!“ Adornos Aufstieg endete nahezu tragisch. „Es ist schon einiges dran, dass 68 ihm das Herz gebrochen hat“, resümiert Rüdiger Safranski. Adorno starb 1969. (Dokumenation ARD / SWR)

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