Denkfehler: Alles ist neu

Um die letzte Jahrhundertwende herum, also insbesondere zwischen dem Jahr 2000 und 2005 ist es den großen Strategen zur Durchsetzung ökonomischer Interessen gelungen, bei einer großen Zahl von Menschen die Vorstellung einzupflanzen, es sei alles neu in der Welt, der demographische Wandel sei neu, die Globalisierung sei neu und wir müssten uns auf diese gänzlich neuen Entwicklungen mit entsprechenden Strukturreformen einstellen. Wir müssten Reformen machen, der Sozialstaat sei nicht mehr tragbar – so wurde uns auf vielfältige Weise erzählt.

Anette Sorg und Albrecht Müller erläutern im Gespräch, wie wirksam die Parole und die Behauptung waren, heute würden wir in sehr veränderten Verhältnissen leben. Die Agenda 2010 und auch die Privatisierung von öffentlichen Unternehmen und auch die Privatisierung von bisher öffentlich bereitgestellten Dienstleistungen wurden weitgehend mit solchen Behauptungen begründet.

Auch die verschiedenen Freihandelsabkommen halten unsere politischen Führungskräfte für dringlich, weil die Globalisierung dies erfordere.

Es gab und es gibt immer wieder Veränderungen in der Weltgeschichte. Aber das sind quantitative Veränderungen. Ein qualitativer Sprung war weder der demographische Wandel noch der Ausbau des Welthandels.

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