“Das System hat keine Lösung”: US-Ökonom Richard Wolff über die Krise in den USA und Europa

Vollständige Sendung: http://www.kontext-tv.de/node/187
Mit Richard Wolff, Professor emeritus für Ökonomie an der University of Massachusetts, USA
Die Krise in den USA und Europa sei keine reine Finanzkrise, sagt Wolff. Besonders in den USA würden seit den 70er Jahren die Löhne stagnieren oder sinken – bei stark steigender Arbeitszeit. Um das Konsumniveau trotzdem aufrecht zu erhalten, habe sich die Verschuldung privater Haushalte und des Staates drastisch erhöht, während sich die Vermögen bei einer kleinen Schicht von Kapitalbesitzern konzentrierten. Anstelle von höheren Löhnen hätten die Arbeiter von diesen Kapitalbesitzern Kredite bekommen. Im Ausbruch der Krise 2007/2008 sei diese Konstruktion zusammengebrochen – und das System habe bis jetzt keine Lösung dafür. Während man in Europa ausschließlich auf das kleine Griechenland oder auch Italien schaue, werde übersehen, dass die größere Gefährdung von den USA ausgehe, so Wolff. Die amerikanische Überschuldung sei wie ein “großer Elefant”, der auf Europa zulaufe. Die amerikanischen Occupy-Bewegungen bezeichnet der seit Mitte der 50er Jahre politisch aktive Wolff als historisch einmalig. Sie seien erstaunlich integrativ, in ihrer Systemkritik radikaler als frühere Proteste und hätten in nur wenigen Wochen die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich versammelt.

Kontext TV

Kontext TV

Kontext TV ist ein unabhängiges Nachrichtenmagazin, das regelmäßig über Internet und nicht-kommerzielle Radio- und TV-Stationen sendet und Hintergrundinformationen zu drängenden Gegenwarts- und Zukunftsthemen.




  • Kommentare zum Video

    Benachrichtigung
    avatar
    5000
    wpDiscuz