Das Spiel mit dem Hunger

Im Kampf gegen den Hunger werden seit jeher Lebensmittel in Katastrophengebieten verteilt. Jetzt suchen Experten nach neuen Wegen, die Hilfe zu finanzieren. Dabei wenden sie sich auch an die Börsen der Welt. Das Spiel mit dem Hunger ist eine Dokumentation über Afrika. Wie Lebensmittelhilfe zum Spielball der Finanzjongleure geriet – aufgezeigt am Beispiel der äthiopischen Ernten des Jahres 2006.

Wird sich die Zukunft humanitärer Hilfsprogramme auf den Finanzmärkten entscheiden? Die Experten am Sitz des UN-Welternährungsprogramms in Rom versuchen in jüngster Zeit, im Kampf gegen den Hunger neue Wege zu beschreiten. Seit Jahrzehnten verteilen sie Lebensmittel in den Hunger- und Katastrophengebieten der Welt und haben sich zu Meistern der Logistik entwickelt.

Auf der Suche nach innovativen Lösungen richten sie ihren Blick nun auf die internationalen Börsen, auf Versicherungen und auf Bargeldhilfen. Äthiopien, eines der ärmsten Länder der Welt und von Hungerkatastrophen gezeichnetes Versuchsfeld für alle möglichen Formen humanitärer Hilfe, wurde nun als Testgebiet für die neuen Instrumente im Kampf gegen den Hunger ausgewählt. Doch um welchen Preis?

Zu Beginn des Jahrtausends konnte nichts und niemand den Optimismus der Finanzmärkte trüben. Die Möglichkeiten beständiger Spekulationsgewinne schienen grenzenlos. So lag es nahe zu fragen, ob Börse und Versicherungen nicht auch humanitäre Hilfsmaßnahmen wirksam unterstützen könnten.

Die Experten des Welternährungsprogramms der UNO beschlossen daher, die Ernten im permanent von Hungersnöten bedrohten Äthiopien gegen Ausfälle wegen Trockenheit zu versichern. 2006 litt Äthiopien jedoch nicht unter Trockenheit. Die Katastrophe trat in Form sintflutartiger Regenfälle und Überschwemmungen ein.

Ein Teil des Viehbestands ertrank in den Fluten, in einigen Gegenden des Landes wurden die Lebensmittelvorräte vollständig vernichtet. Die Verantwortlichen zeigten sich von dieser Fehleinschätzung wenig beeindruckt und erwogen sogar eine Ausweitung des Versicherungsmodell.

Der Film macht die riesige Kluft zwischen beiden Welten deutlich: Auf der einen Seite diejenigen, die am grünen Tisch politische Entscheidungen von globaler Tragweite treffen, auf der anderen Seite Menschen, die um ihr nacktes Überleben kämpfen, ohne die geringste Möglichkeit, ihr eigenes Schicksal zu beeinflussen.

Das Spiel mit dem Hunger: vom Samstag 13. Dezember 2008 um 11.10 Uhr
Keine Wiederholungen! (Frankreich, 2008, 30mn) ARTE F

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