Das große Palaver | Politische Rhetorik (Phönix Dokumentation)

https://www.youtube.com/watch?v=_UPP-n0jiA0

Im “Großen Palaver” soll es um die amüsante Seite des Parlaments gehen, es soll aufgezeigt werden, dass Parlamentarismus nicht automatisch langweilig, trocken und bierernst sein muss, sondern auch unterhaltsam, mitreißend und anschaulich sein kann.

Deshalb stellt dieses Feature die ungewöhnlichen, munteren, lustigen Momente des Bundestages in den Mittelpunkt. Es collagiert Bonmots, schiefe Sprachbilder, misslungene Witze, hitzige Einwürfe – und ordnet sie kulturhistorisch in die jeweilige Kanzler-Ära ein.

Darüber hinaus beleuchtet der Film in amüsanter Weise formalistische Eigenarten des Parlaments, die vielen Wählern bis heute nicht geläufig sind: Wer darf eigentlich wie lange reden? Und was passiert, wenn der Redner dann trotzdem weiter macht? Wer ahndet Beleidigungen im Bundestag und was unterscheidet den Zwischenruf von der Zwischenfrage?

Eine erste, grobe Überschlagrechnung ergab: Wir reden über mindestens 20.000 Sitzungsstunden seit der Konstituierung des Bundestages 1949 bis 1999. Uff! Für das Fernsehen (ARD oder ZDF) dokumentiert wurde allerdings erst seit 1962 – mit großen Lücken: In den achtziger Jahren wurde gelöscht, was nicht interessant schien, und so sind denn auch viele Debatten – wenn überhaupt – nur noch in Dokumentationen des Bundestages selbst erhalten.

Es hat immer noch gereicht, um sieben Studenten für einen Monat einen Vollzeit-Job zu bieten. Aufgereiht wie in einer Legebatterie hatten sie den härtesten Job: die grobe Sichtung kompletter Sitzungen. Da gab es mal dreimal was zu lachen und manchmal nur einmal pro Tag – bitter! Über 3.000 Fundstellen / Vorschläge kamen zusammen, die für die 45 minütige Dokumentation dann auf ca. 300 Ausschnitte zusammengekürzt werden mussten.

Übrigens: Manch berühmter Zwischenruf fehlt: Da der Zwischenruf spontan und also unangemeldet erfolgt, ist nur selten eine Kamera auf den Rufer gerichtet und der Ton erst recht nicht, da das Mikrophon am Rednerpult steht. Einige der markantesten Sätze, die im Parlament gesprochen wurden, sind für immer verloren. Ein Film von Lothar Schröder und Dirk Steffens.

Anmerkung der Redaktion: Leider wurden als “Neusprech” bekannte Bereiche nicht besonders erläutert. Auch kann für weitere Informationen nach dem Begriff NLP, für neurolinguistisches programmieren, gesucht werden. Hier zwei Auszüge aus Wikipedia zu den Begriffen selbst:

„Neusprech“ bezeichnet die vom herrschenden Regime vorgeschriebene, künstlich veränderte Sprache. Das Ziel dieser Sprachpolitik ist es, die Anzahl und das Bedeutungsspektrum der Wörter zu verringern, um die Kommunikation der Bevölkerung in enge, kontrollierte Bahnen zu lenken. Damit sollen sogenannte Gedankenverbrechen unmöglich werden. Durch die neue Sprache bzw. Sprachregelung soll die Bevölkerung so manipuliert werden, dass sie nicht einmal an Aufstand denken kann, weil ihr die Worte dazu fehlen.

Gefühlsbetonte Wörter (wie „wunderbar“, „erstklassig“) sollen durch logische Zusammensetzungen wie gut—plusgut—doppelplusgut abgelöst werden, schlecht wird ersetzt durch ungut. Die Wörter verlieren außerdem Teile ihrer ursprünglichen Bedeutung. Es gibt in Neusprech zwar noch das Wort „frei“, jedoch nicht mehr im Sinne von „politisch frei“, sondern nur noch in der Bedeutung von „ohne“ (z. B. „Der Hund ist frei von Flöhen“).

sowie:

Neurolinguistisches Programmieren (kurz NLP) bezeichnet die Idee, dass der Mensch anhand von Reiz-Reaktions-Ketten funktioniert und diese neu gestaltet werden könnten. Geändert werden soll das eigene Verhalten durch Analyse des alten Verhaltens und “Programmieren” von neuen Reaktionen. Der Schwerpunkt des NLP liegt bei Kommunikationstechniken und Mustern zur Analyse der Wahrnehmung. Das Ziel ist eine erfolgsorientierte Kommunikation.

NLP ist (laut Wikipedia) in Abgrenzung von der wissenschaftlichen Psychologie im Zuge von New Age und des Human-Potential-Movements entstanden, und Theoriegebäude wird in der akademischen Psychologie abgelehnt.(?) Da sich die Ergebnisse der NLP nicht nachweisen lassen, gilt sie als unwissenschaftlich. Sie wird als gefährlich eingestuft, da sie einer professionellen Heilung von Patienten im Wege stehen kann.

Dr. Helmut Schmidt zeigt mit 89 Jahren in einem Interview mit Sandra Maischberger wie in einem Lehrbuch, welche Wirkung von einer gut beherrschten Rhetorik ausgehen kann.

Quellen: Das große Palaver | Politische Rhetorik (Phönix Dokumentation)
http://www.Phoenix.de/das_grosse_palaver/2005/09/17/0/26956.1.htm
http://de.WikiPedia.org/wiki/Neusprech http://de.wikipedia.org/wiki/Neurolinguistische_Programmierung

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