COP 21 in Paris: Der unmenschliche Klima-Deal

„Jeder, der den Klimagipfel als einen Erfolg bezeichnet, lebt in einer Phantasiewelt“, sagt Nicola Bullard, Aktivistin und Beobachterin der Verhandlungen in Paris. Die freiwilligen Emissionsreduzierungen werden selbst im besten Fall zu einer durchschnittlichen Erwärmung von drei bis vier Grad in diesem Jahrhundert führen – mit katastrophalen Folgen für große Teile der Menschheit. „Sie verbrennen den Planten“, mahnt der ehemalige bolivianische Chefunterhändler Pablo Solón auf Kontext TV. Trotz Demonstrationsverbots gingen tausende Menschen aus der ganzen Welt während des UN-Klimagipfels in Paris auf die Straße. Sie protestierten gegen das Klimaabkommen und fordern eine klimagerechten Wende in den nächsten Jahren. „Mit dem, was hier entschieden wird, ist die Diskussion noch nicht beendet. Die Menschen haben das letzte Wort“ sagte eine Protestierende aus Schottland auf der Abschlussdemo vor dem Arc de Triomphe.

Renommierte Klimawissenschaftler wie Kevin Anderson vom „Tyndall Centre“ weisen darauf hin, dass die Industrienationen zur Einhaltung des 2-Grad-Celsius-Ziels doppelt so schnell wie angekündigt dekarbonisieren müssten und ab 2035 keine Treibhausgase mehr emittieren dürften. Zugleich fordern Organisationen aus dem Globalen Süden weit mehr Klimafinanzierung für die Entwicklungsländer. Um die Kehrtwende in den nächsten Jahren noch zu schaffen, brauche es einen gravierenden gesellschaftlichen Umbau in Produktion und Konsum. Statt immer mehr ineffektive Kohlenstoffmärkte ins Leben zu rufen, müsse Klimaschutz endlich ernsthaft angegangen werden, so die Forderung der Klimagerechtigkeitsbewegung und vieler Wissenschaftler. Effektive Maßnahmen dazu gäbe es reichlich, wie z.B. eine progressive Kohlenstoffsteuer, einen schnellen Kohleausstieg, eine Agrarwende und die Verhinderung von klima-destruktiven Handelsabkommen wie TTIP.
Gäste der Sendung:
Juliette Rousseau, Sprecherin “Coalition Climat 21”; Bill McKibben, Gründer 350.org; Nnimmo Bassey, Klimaaktivist aus Nigeria; Themba Austin Chauke, “La Via Campesina”; Pablo Solón, Ex-Klimaunterhändler von Bolivien; Nicola Bullard, Autorin und Aktivistin; Alice Bows-Larkin, Klimawissenschaftlerin “Tyndall Centre”; Miriama Williams, “The South Centre”; Tim Gore, Leiter Politik, “Oxfam International”
Kevin Anderson, Klimawissenschaftler u. Co-Direktor “Tyndall Centre”; Tadzio Müller, Klimareferent, “Rosa Luxemburg Stiftung”; Janet Redman, “Institute for Policy Studies”; Lyda Fernanda Forero, “Transnational Institute”




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