China-Konferenz (isw): Prof. Hu Leming / Chinesische Erfahrungen bei Reform und Entwicklung

China-Konferenz (isw): Prof. Hu Leming / Chinesische Erfahrungen bei Reform und Entwicklung

Audio-Aufnahme erstellt Felix-W. Färber für Radio LORA – München
China-Konferenz: Der Aufstieg Chinas und die Krise des neoliberalen Kapitalismus

Prof. Hu Leming von der Chinese Academy of Social Sciences, Shanghai nahm Bezug auf den im Jahre 1978 in China begonnenen Transformationsprozess von einer klassischen sozialistischen Planwirtschaft hin zu einer sozialistischen Marktwirtschaft. Im Vergleich mit anderen ehemaligen sozialistischen Staaten seien für ihn die Erfolge in den seit 1978 erfolgten 40 Jahren chinesischer Wirtschaftstransformation in ihrer klaren und stabilen Richtung zu sehen. Er widersprach der Popularmeinung, dass „die Ereignisfolge, die China zu einer modernen Marktwirtschaft führten, nicht geplant wurden“ und so der Erfolg der chinesischen Wirtschaftstransformation eine klassische Hayeksche „nicht-intendierte Folge menschlicher Handlung“ (Hayek, Nationalökonom, Verständnis der wesentlichen Elemente des Wirtschaftens, z.B. die spontane Ordnung als Essenz der Marktwirtschaft) wäre.

Die chinesische Wirtschaftstransformation habe sich immer an der Entwicklungsrichtung der sozialistischen Marktwirtschaft orientiert. Er zitierte die Aussage von Deng Xiaoping vom November, 1979 beim Empfang einer ausländischen Delegation: „Während wir der Planwirtschaft größte Bedeutung schenken, verbinden wir sie mit einer Marktwirtschaft – aber dies ist eine sozialistische Marktwirtschaft“. Seit Beginn der „Reform und Öffnung“- habe Chinas Politik eine marktorientierte sozialistische Reformrichtung praktiziert, deren Zielsetzungen trotz vieler theoretischer und praktischer Herausforderungen sich nicht grundlegend geändert hätten.

Zurückgegriffen werden konnte dabei auf tiefgehende Erfahrungen und Überarbeitungen der Nachteile eines traditionell geplanten Wirtschaftssystems einerseits, und der Anerkennung der Existenz der ersten Stufe des Sozialismus chinesischer Prägung. Darüber hinaus wurde die oben erwähnte Richtung in klaren Handlungsideen und tagtäglichen Sprachgebrauch konkretisiert („Lasst einige Leute zuerst reich werden.“). Hierdurch entstand und entsteht weiterhin ein kontinuierlicher Sozialzusammenhang, der unterschiedliche Kräfte dazu bringe, aktiv an der Transformation und Entwicklung teilzunehmen. Auf diese Weise gibt die Transformation und Entwicklung der chinesischen Wirtschaft nicht nur konsequente Handlungsrichtlinien auf praktischer Ebene vor, sondern unterstützt auch die Entwicklung eines stabilen und flexiblen gesellschaftlichen Mainstream-Bewusstseins. Die Wirtschafts-geschichte zeige, dass sämtliche gesellschaftlichen Transformationen, sofern sie erfolgreich waren, die logischen Konsequenzen von verändertem Massenbewusstsein und wirtschaftlicher Entwicklung durchlaufen mussten. So sei unter den Menschen kontinuierlich eine weitreichende Anerkennung für erwartbare (Mehr)-erträge aus Transformation und Entwicklung zu erbringen. Und es sei möglich, einen sozialen Konsens zu formen, der allgemein integrativ ist und Transformation und Entwicklung fördere.
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