China-Konferenz: Ding Xiaoqin über soz. Marktwirtschaft, Staatskapitalismus, neolib. Kapitalismus

China-Konferenz: Ding Xiaoqin über soz. Marktwirtschaft, Staatskapitalismus, neolib. Kapitalismus

Ding Xiaoqin: Die Risiken von Sozialistischer Marktwirtschaft, Staatskapitalismus und Neoliberalen Kapitalismus (deutsche Übersetzung)
Audio-Aufnahme erstellt Felix-W. Färber für Radio LORA – München
China-Konferenz: Der Aufstieg Chinas und die Krise des neoliberalen Kapitalismus

https://www.isw-muenchen.de/2019/10/china-konferenz-der-aufstieg-chinas-und-die-krise-des-neoliberalen-kapitalismus/

Unter diesem Titel hatte das isw für den 11./12. Oktober zu einer wissenschaftlichen Konferenz nach München eingeladen. Vor dem Hintergrund des 70. Jahrestages der Gründung der Volksrepublik China und einer Zuspitzung des Handelskriegs zwischen USA und China beleuchteten zahlreiche Referenten die historischen und wirtschaftlichen Meilensteine des seit sieben Dekaden anhaltenden Aufstiegs Chinas. Mehr als 150 Teilnehmer bekamen einen Überblick vermittelt über die Aufbauphase einer modernen Gesellschaftsformation mit sozialistischen Charaktereigenschaften, die sich im Spannungsfeld der Besonderheiten eines Vielvölkerstaates als ehemalige besetzte Kolonie, als ein verarmtes großes Land mit bäuerlichen Strukturen zu einer global führenden Industrienation entwickelte.

Die vielfältigen zu überwindenden politischen und wirtschaftlichen Hürden erforderten für China den Aufbau von Ländergrenzen überschreitende Produktions- und Geschäfts-beziehungen. Diese sind inzwischen zu einer wachsenden Normalität für den sich weiter intensivierenden Weltmarkt geworden.

Ding Xiaoqin: Die Risiken von Sozialistischer Marktwirtschaft, Staatskapitalismus und Neoliberalen Kapitalismus (deutsche Übersetzung)

Den Einstieg in den chinesischen Präsentationsblock der eigens aus China angereisten Referenten bildete Ding Xiaoqin, Prof. an der Universität für Finanzen und Wirtschaft, Shanghai. Ding, gleichzeitig Präsident der Shanghai Academy of New Silk Road Economic Development China referierte über die historischen Erfolge der Volksrepublik China. Die zumeist aus westlicher Sichtweise dargestellte chinesische Entwicklung einer kriegsfreien Entwicklung einer sozialistischen Gesellschaftsformation bei gleichzeitiger Nutzung marktwirtschaftlicher Akkumulations- und Verwertungszwängen erfülle aus seiner wissenschaftlichen Sichtweise nicht den Tatbestand von Staatskapitalismus. Der springende Punkt sei für ihn die Eigentumsfrage, wem der Staat gehöre, wem gegenüber der Staat seine führende Rolle in der Steuerung der marktwirtschaftlicher Wirtschaftsentwicklung wahrnehme. Die Einordnung der Interessenskonflikte, denen der Staat zwischen staatlicher Wirtschaftssteuerung bei gleichzeitiger Förderung privatkapitalistischer Akkumulation ausgesetzt sei, spiele dabei die entscheidende Rolle.

Marktwirtschaftliche Entwicklung, die Nachfrage bedienende Erzeugung eines Angebotes zur Befriedigung von Lebensbedürfnissen der breiten Mehrheit der Bevölkerung sei in seinen Augen der kardinale Unterschied zwischen einer rein privatwirtschaftlich organisierten Marktwirtschaft und einer sozialistischen Marktwirtschaft. In dieser sei auch der Schutz des Privateigentums verfassungsmäßig verankert. Eine Übernahme der wirtschaftlichen Führung durch private Kapitaleigener als Klasse werde seiner Einschätzung nach allerdings nicht erfolgen. Das vor allem aus dem Grunde nicht, weil die Kapitalisten nicht als eigenständige Klasse existieren und die staatliche Steuerung nach dem Vermächtnis der bisherigen Entwicklung der sozialistischen Marktwirtschaft erfolge.

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