Bio-Schnittblumen – Nachhaltiger Anbau

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Seit 2019 ist Floristin Julia Hostlowsky dabei, ihren Betrieb Schritt für Schritt nachhaltiger zu gestalten. Dazu gehören natürlich auch Schnittblumen in Bio-Qualität. Und die erntet sie heute direkt mit dem Produzenten in Bad Endorf.

Schnittblumen ernten
Floristin Julia Hostlowsky und Gärtner Arjen Huese wollen heute Schnittblumen ernten. Dafür müssen als erstes die Sammelbehälter gereinigt werden. Bakterien und Pilze würden den frisch geschnittenen Blumen schaden. Arjen Huese verwendet dafür kein Chlor oder andere „scharfe“ Mittel, sondern einen Orangenöl-Reiniger. Denn der Gärtner produziert seine Schnittblumen in Bio-Qualität. Julia Hostlowsky ist besonders gespannt auf die Rosen. Denn im letzten Herbst hat sie gemeinsam mit Arjen Huese verschiedene Sorten für den Anbau ausgewählt. Viele Schnitt-Rosen werden aus Afrika oder Ecuador nach Europa geflogen und sind nahezu ganzjährig verfügbar. Für die Floristin kommt das mittlerweile nicht mehr infrage. Sie setzt auf bayerische Schnittblumen. Die Gärtnerei von Arjen Huese liegt in Bad Endorf im Landkreis Rosenheim.
Und das Warten auf die Rosen hat sich gelohnt. Die verschiedenen Sorten in Pastelltönen, wie rosé, beige oder cremeweiß, stehen prächtig da. Obwohl hier keine chemischen Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen. Das ist Arjen Huese besonders wichtig:
„Die Blume ist ja eigentlich ausgerichtet, um Insekten anzuziehen und zu ernähren. Ich finde es unbegreiflich, dass man da Gift draufspritzt und dann sterben die Insekten. Es ist ja dann fast wie eine Falle geworden.“ Und auch für Julia Hostlowsky spielt der pestizidfreie Anbau eine große Rolle: „Es ist für uns Floristen viel angenehmer Blumen zu verarbeiten, die nicht gespritzt sind. Wir haben ja die Pestizide die ganze Zeit an der Hand, wir müssen jeden Tag damit arbeiten. Also für mich und auch meine Mitarbeiter ist es ein viel schöneres Gefühl ungespritzte Blumen verarbeiten zu dürfen.“

Schnittblumen nachhaltig verarbeiten
Julia Hostlowsky dekoriert vor allem große Veranstaltungen oder Hochzeiten. Für ihr Portfolio möchte sie heute ein Probegesteck gestalten und fotografieren. In der Werkstatt geht´s erstmal ans Sortieren der Schnittblumen nach Farbe, Form und Größe. Neben den Rosen sind noch Dahlien, Löwenmäulchen und Strohblumen dabei. Um auf Steckschaum aus Kunststoff zu verzichten, setzt die Floristin auf eine Stecktechnik, die sie schon von ihrer Großmutter kennt. Mit einer Knetmasse wird ein Steckigel im Gefäß befestigt. Der hält die Schnittblumen. Für zusätzlichen Halt sorgt ein über dem Gefäß gebogener Aluminiumdraht, der unter der Blütenpracht schon bald nicht mehr zu sehen ist.

Was passiert mit „gebrauchten“ Schnittblumen?
Julia Hostlowsky hat sich auch schon Gedanken gemacht, was mit den Blumen nach den Veranstaltungen passiert. Sie werden an einem warmen und dunklen Platz getrocknet. Welche Blumen sich trocknen lassen, probiert die Floristin aus und erzielt teilweise überraschende Ergebnisse. Begeistert ist die von getrocknetem hellblauem Rittersporn und Nelken in antiken Farben. Aus den getrockneten Blüten entstehen Haarkränze, Türkränze, Trockengestecke und individuelle Bilder beflockt mit getrockneten Blüten.