Bio-Christbäume aus Bayern: Heimische Weißtanne

Bio-Christbäume aus Bayern: Heimische Weißtanne

Weihnachten steht vor der Tür. Wolfgang Sappl geht zusammen mit seinem Sohn im familieneigenen Wald auf die Suche nach einem Weihnachtsbaum. Robert Wiechmann, der ihn als Förster berät, begleitet die beiden. Gleich am Waldeingang zeigt er die Schäden, die der Borkenkäfer bei den Fichten anrichtet. Die Fichten vertragen die zunehmend steigenden Temperaturen nicht besonders gut und so kann der Borkenkäfer, der die Fichten befällt, besonders stark zuschlagen. Viele Bäume mussten schon abgeholzt werden.

Waldverjüngung
Trotzdem hat es hier in den letzten 15 Jahren eine Waldverjüngung gegeben. Die einheimische Weißtanne, die als traditioneller Weihnachtsbaum gilt, erlebt hier ein bemerkenswertes Comeback. Mit einer Höhe von bis zu 65 Metern einer der mächtigsten Bäume im deutschen Wald war sie jedoch lange weitgehend verschwunden.

Tannen statt Fichten
Im Wald von Bio-Landwirt Wolfgang Sappl wachsen die Weißtannen unter den Fichten heran. Während die jungen Bäume anderer Arten im Halbdunkel des Waldes oft eingehen, weil sie zu wenig Licht erhalten, kommt die Weißtanne mit diesen Bedingungen gut zurecht. Statt dem Licht entgegen zu wachsen, breiten sich die Äste dann einfach horizontal aus und können so das wenige Licht auf breiterer Fläche einfangen. Im Gegensatz zu den Fichten haben die Weißtannen tiefgehende Wurzeln, mit denen sie Nährstoffe von weit unten nach oben pumpen und bei einem Sturm viel besser verankert sind. Und selbst wenn ein Baum geschlagen wird, ist es noch nicht zu Ende mit ihm. Seine Wurzeln bleiben im Boden und verwandeln sich im Laufe der Zeit zu Humus, der als natürlicher Dünger und Wasserfilter dient.

Jagdstrategie
Eine ausgeklügelte Jagdstrategie ist die Basis dafür, dass sich hier wieder viele Weißtannen von selbst ansamen können und dann nicht gleich verbissen werden. Denn das Rehwild liebt die frischen, nahrhaften Knospen. Der Bio-Landwirt und Jäger Wolfgang Sappl hat die Verbissschäden an den Leittrieben der jungen Tannen im Blick. Förster Robert Wiechmann weiß: Wenn die Knospen stehen bleiben, dann ist der Wald im Einklang. Hier gibt es nur so viele Rehe, wie es die Weißtannen vertragen. Dadurch kommt der Rehbestand mit dem natürlichen Nahrungsangebot so gut aus, dass jedes Jahr sogar ein paar Tannen als Christbäume entnommen werden können. Dabei wählen die beiden nur die Bäume, die zu dicht stehen, denn zu viel Baumnachwuchs würde sich gegenseitig Konkurrenz machen.

Und neben dem eigenen Christbaum schlägt Bio-Landwirt Wolfgang Sappl in seinem Wald auch immer ein paar weitere für die Kundschaft seines Hofladens.

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