Beraten und verkauft

März 2009 Seit Wochen ist die Sparkasse KölnBonn in den Schlagzeilen wegen dreistelliger Millionenverluste, undurchsichtiger Geschäfte und dubioser Beraterverträge, die während der Amtszeit des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Gustav Adolf Schröder abgeschlossen wurden. Der neue Sparkassenchef Arthur Grzesiek hat diese Vorgänge jetzt eingeräumt und sich öffentlich bei Mitarbeitern, Kunden und Bürgern entschuldigt. „Ich schäme mich für das, was ich hier vorgefunden habe.“

Besonders die millionenschweren Beraterverträge mit Kölner Politikern haben die Bürger der Stadt empört. Die Gegenleistungen sind umstritten. Dadurch konnte in der Öffentlichkeit der Eindruck entstehen, einflussreiche Politiker wären mit Hilfe des kommunalen Kreditinstituts mit Millionensummen versorgt worden. Seit über einem Jahr lässt die Sparkasse KölnBonn die Vorgänge durch Wirtschaftsprüfungsgesellschaften aufklären.

Nachdem das Kreditinstitut der Kölner Staatsanwaltschaft ihre Prüfberichte übergeben hat, wurden Ermittlungsverfahren eröffnet gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Schröder, den inzwischen zurückgetretenen CDU-Bürgermeister Josef Müller sowie den Kölner CDU-Politiker Prof. Rolf Bietmann, der als langjähriger Verwaltungsratsvorsitzender seinerzeit den Vorstand kontrollierte. Die story-Autoren Ingolf Gritschneder und Georg Wellmann verfolgen in der Dokumentation neue Spuren. Bei ihren Recherchen stoßen sie auf ein Geflecht von Firmen und Verträgen, die offenbar dazu dienten, Geldzahlungen zu verschleiern.

Erst nachdem Schröder 2007 vorzeitig aus seinem Amt ausschied, wurde das ganze Ausmaß der Verluste bei der Sparkasse deutlich. Allein dreistellige Millionenverluste stammten aus dem Kölner Messegeschäft, welches Schröder mit den Privatinvestoren des Oppenheim-Esch-Fonds eingefädelt hatte. Die beiden Autoren hatten bereits in drei früheren story-Folgen herausgefunden, dass die Sparkasse den vermögenden Privatinvestoren das Milliardengeschäft verschafft hatte.

Die Risiken und Verluste aus dem Geschäft, die immer deutlicher werden, müssen letztlich der Steuerzahler tragen. Für diese Recherchen wurden Ingolf Gritschneder und Georg Wellmann für den Grimme-Preis 2009 nominiert. Die Spur von einigen der jetzt aufgetauchten Beraterverträge führt zu dem Messegeschäft.Beraten und verkauft

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