Asimina mit Rezept: Fruchtaufstrich

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Asimina mit Rezept: Fruchtaufstrich

Mango- und Bananengeschmack in Früchten aus dem eigenen Garten? Das gibt es! Zum Beispiel im Garten von Barbara Krasemann. Dreilappige Papau (Asimina triloba) heißt das Gewächs, auch Pawpaw oder „Indianerbanane“ genannt. Mehr im Video:

Ungewöhnliche Blüten – ungewöhnliche Früchte
Der ursprünglich aus Nordamerika stammende Baum zeigt seine purpurfarbenen Blüten noch vor dem Laubaustrieb. Die Knospen öffnen sich erst Mitte bis Ende Mai, sind deshalb kaum spätfrostgefährdet. Als selbstunfruchtbare Blüten sind die Bäume auf Fremdbefruchtung angewiesen, das heißt es braucht meist mindestens zwei Pflanzen, damit sich Früchte entwickeln können. Ausnahmen bilden hier veredelte Bäume mit Sorten, die selbstfruchtbar sind. Solche wachsen im Garten von Barbara Krasemann allerdings nicht, denn ihre Bäume sind selbst vermehrt. Aus den Kernen der ersten Frucht, die die Gärtnerin vor über zehn Jahren geschenkt bekommen hat. Begeistert vom einzigartigen Mango-Bananen-Aroma hat die Gärtnerin die Kerne ausgepuhlt, gewaschen und schließlich stratifiziert. Denn nur dann Keimen die Samen der Pflanze.

Bäume aus Samen selbst ziehen?!
Beim Auslöffeln des Fruchtfleischs stößt man auf mehrere bohnenkerngroße Samen. Diese müssen von allen Resten des Fruchtfleischs befreit, in etwas Sand gemischt und anschließend einige Zeit im Kühlschrank gelagert werden. Denn nur wenn ein Kältereiz erfolgt, können die Samen keimen und wachsen. Gärtner bezeichnen diesen Vorgang als Stratifikation. Um bei der Aussaat stauende Nässe zu vermeiden und eine gute Drainage zu gewährleisten, sollte man das Pflanzsubstrat mit Sand im Verhältnis 1:1 mischen. Sechs bis acht Monate vergehen vom Ablegen der Samen bis zum Erscheinen der ersten Blättchen. Während dieser Zeit sollten die Töpfe nie vollständig austrocknen. Nach 2 bis 3 Jahren sind die jungen Bäume kräftig genug zum Auspflanzen.

Geduld ist gefragt!
Bis sich bei selbst gezogenen Bäumen die ersten Früchte zeigen, ist viel Geduld gefragt, weiß Barbara Krasemann mittlerweile. Meist vergehen sieben Jahre bis zwölf Jahre bis sich die ersten Früchte zeigen. Wie groß und zahlreich diese sind, ist von Sämling zu Sämling verschieden. Zudem sind viele Sämlinge nicht selbstfruchtbar, man muss also mindestens zwei Bäume pflanzen, um Früchte ernten zu können. Ist im Garten wenig Platz, sollte man deshalb besser auf veredelte, selbstfruchtbare Sorten wie ‚Prima‘ oder ‚Sunflower‘ setzen. Damit der Baum gut anwachsen kann, das Pflanzloch großzügig ausheben. Das heißt etwa doppelt so tief und breit wie der Wurzelballen oder der Topf groß ist. Um stauende Nässe zu vermeiden, den Boden des Pflanzloches zum Abschluss tiefgründig lockern. Bei sehr schweren, bindigen Böden kann man eine 10 Zentimeter dicke Drainageschicht aus Kies oder Splitt einbringen, um den Baum vor ‚nassen Füßen‘ zu schützen. Die fleischigen Wurzeln beim Einpflanzen möglichst nicht verletzen, deshalb auf ein Anritzen oder Anreißen des Ballens verzichten. Die Pflanze zudem nicht höher oder tiefer setzen als sie zuvor im Topf stand. Für guten Bodenschluss sorgt kräftiges Andrücken, ein Gießrand erleichtert die Wasserversorgung während der Anwachsphase. Zum Schluss kräftig angießen. Als Einschlämmen bezeichnen Gärtner diesen Vorgang. Durch die großzügige Wassergabe spült es feine Bodenteilchen direkt an den Wurzelballen, letzte Lufteinschlüsse schließen sich, die Pflanze kann schnell neue Feinwurzeln bilden.

Rezept
Fruchtaufstrich aus Asimina
Rezept von Barbara Krasemann

Zutaten:
1 Liter (frisch gepresster) Orangensaft
10-15 Früchte der „Indianerbanane“
Gelierzucker 2:1

Zubereitung:
Die Früchte sorgfältig schälen und von den zahlreichen Samen befreien, denn die Samen können zu Magenproblemen und Übelkeit führen. Auch die Schale enthält viele Bitterstoffe und sollte deshalb restlos entfernt werden. Das Fruchtfleisch landet gemeinsam mit dem Orangensaft im Topf und wird fein püriert. Dann muss das Ganze unter ständigem Rühren aufkochen. Da der Brei schnell ansetzt, lieber langsam erhitzen und fortlaufend rühren. Zum Schluss den Gelierzucker zugeben, vier Minuten kochen und in sterile Gläser abfüllen. Fertig ist ein Fruchtaufstrich, der exotisch fruchtig-frisch schmeckt – anders als alles, was man sonst aus dem Garten kennt!
Text aktualisiert am 17.11.2021

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