Aminata Traoré u. Many Camara aus Mali im Deutschen Bundestag

Aminata Traoré, Frauenrechtsaktivistin und ehemalige Kulturministerin Malis
und Many Camara, Soziologe und langjähriger Aktivist gegen den Uranabbau in Mali.
Auf Einladung von DIE LINKE bei einer Veranstaltung im Deutschen Bundestag
SADI ist die einzige linke Partei in Mali, die die französische Militärintervention ablehnt.
Die zahlreichen eigenen Rohstoffe, die räumliche Nähe zu den reichhaltigen Uranvorkommen im Niger, Erdöl- und Erdgasvorkommen, Bauxit etc — all das macht die Region interessant für die darum konkurrierenden großen Mächte. “China kontrolliert bereits die gesamten Ölvorkommen im Niger”, ergänzt Many Camara in seinen Ausführungen über die strategischen Interessen des Westens. Die Militärintervention Frankreichs hatte zwar den “Kollateralnutzen”, islamistische Kräfte aus den Städten des Nordens zu vertreiben. Ihre tiefer liegen Absicht aber war die Sicherung der französischen und darin auch westlichen geostrategischen Interessen in der Sahelregion.

Afrika ist nicht arm, aber viele Afrikaner sind arm. Warum?
Für viele Staaten ist es ein Problem auf riesigen Reichtümern zu sitzen.
Afrika wird Opfer seiner eigenen Bodenschätze.

Mit dem Krieg Frankreichs und der NATO in Libyen 2011 verschärfte sich die Situation im Norden Malis dramatisch. Die vor dem Bürgerkrieg in Libyen fliehenden Tuareg verbündeten sich mit islamistischen Kämpfern und die Situation in Mali explodierte. “Mit der Militärintervention im Norden Malis verhält sich Frankreich, als gäbe ein Pyromane vor Feuerwehrmann zu sein”, sagte Frau Traoré in einem Gepräch in Berlin. Wirtschaftsbereiche wie Gesundheit, Bildung, Kampf gegen Landgrabbing und der Tourismus waren schon vor der Krise 2011 in sehr schlechtem Zustand. In Zeiten der Kriegsökonomie sind sie aber quasi nicht mehr existent.

Für eine wirkliche Konfliktlösung bedarf es jedoch eines intensiven Dialogs der Zivilgesellschaft. “Die Malier selbst müssen einen Fahrplan für einen Übergang zurück zu einer demokratischen Verfasstheit des Staates aufstellen”, forderte Many Camara.

Eigentlich sollte Oumar Mariko nach Berlin kommen. Er ist Generalsekretär der SADI, der einzigen linken Partei in Mali. Doch ihm wurde ein Visum verweigert. Auch Traoré erhielt eine Einreisegenehmigung nur für Deutschland und kein Schengen-Visum. Sie ist als Kriegsgegnerin in Frankreich nicht mehr erwünscht. Das zeigt deutlich, dass es bei dem Einsatz von Bundeswehr und anderen europäischen Truppen in Mali nicht um Demokratie geht

AntiKrieg TV

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Deutschsprachige Medienbeiträge sowie ins Deutsche übersetzte, ausgewählte Beiträge z.B. von Democracy Now (USA), Russia Today, Telesur (Lateinamerika) u.a.



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